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Montag, 23. November 2009

FNO 34/09 - Caban ... oder auch nicht

Ich habe lange hin und her überlegt, was ich mit meinem blauen Wolltuch beginne und ein Caban war das Ziel. Aber obwohl ich einige Schnitte zur Auswahl hatte, auch den von Eva empfohlenen besorgt hatte, wurde ich nicht warm mit diesem Vorhaben. Die meisten Cabans, die ich in Geschäften versuchsweise übergezogen hatte, waren für mich viel zu mächtig, zu wuchtig, zu weit, zu lang, zu formlos - kurz, sie standen mir nicht. Steve fand, ich wirkte verloren in diesen Jacken. Obwohl ich eine alte, schwarze, abgeschabte Cabanjacke habe, die gut an mir aussieht. Aber das ist wohl Glückssache. Und ich wäre außerstande, einen Schnitt so abzuändern, dass er mir gut passt.

V7947Seit über einem Jahr habe ich den Vogue-Schnitt 7947 (OOP) in meiner Sammlung, der Jacke wegen: streng geschnitten, kleiner Maokragen - spricht mich an. Zudem ist es ein extrem leichter Schnitt, ohne Futter, ohne Kragensteg oder sonstige Klippen. Stoff und Schnitt hatte ich schon einige Male zusammen gelegt, aber es fehlte mir etwas daran. Ein Gürtel kam mir immer wieder in den Sinn.
Die Idee zündete aber erst, als ich emr's Review fand. Als Grundlage hat sie einen Burdaschnitt verwendet, der im Original komplett anders aussieht. Sie hat Ärmel und Jacke verlängert und eine Art Gürtel eingenäht. Perfekt. Kragenlos steht mir nicht, Raglan mag ich nicht besonders, aber wie wäre es, diese Idee auf meinen Schnitt anzuwenden? Selbst die Bindebänder für die Seitennaht hatte ich bei einem Kleid schon einmal verwendet. Alles da, also los:

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Wie, da kann man nichts erkennen? Na und, geht bei Burda doch auch nicht ;-) Aber bevor meine Kopfschmerzen wieder anfingen, fühlte ich mich genauso in diesem Jäckchen: ganz schön stark Aber ok, ernsthaft jetzt:

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Aber natürlich habe ich wieder einen Fehler eingebaut: das Gürtelteil sitzt doch zu hoch. Ich hätte nicht die untere Kante, sonderen das untere Drittel in die Taille setzen sollen, aber darüber hatte ich nicht genug nach gedacht, leider. Ich könnte die Naht natürlich noch einmal öffnen und das Band nach unten verschieben, aber Garn und Stoff passen so perfekt zueinander, dass es unmöglich ist, beide voneinander zu unterscheiden. Bevor ich mir also ein Loch in die Jacke schneide, lebe ich damit. Schön an dem Gürtel ist übrigens, dass ich mich wieder einmal erfolgreich vor Knöpfen drücken konnte ...

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Und wer besonders aufmerksam ist, hat vielleicht gemerkt, dass das hier unmöglich 34/09 sein kann. Da fehlt doch was? Stimmt. Kommt schon. Leider hatte unsere Kamera wieder einmal nicht mitgemacht, als ich letzte Woche einen neuen Rock und - wer hätte das gedacht - einen neuen Pulli ausführte. Von acht Bildern ist nur eines nicht komplett verschwommen. Details sind dennoch kaum zu sehen, vielleicht also werde ich beides noch einmal zu einem späteren Zeitpunkt vorführen.

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Zum Rock muss ich nicht viel sagen, denn nach diesem Schnitt will ich aus dem Jackenrest noch einmal nähen - da zeige ich euch dann die schöne Gehfalte hinten - mein neuester Lieblingsrock: kein Schlitz! Und er ist gerade geschnitten, was ich auf einmal viel schöner an mir finde. Leider auch ein Vogue OOP, aber häufig bei ebay zu finden (demnächst mehr!)

Der Pulli ist offiziell mein11/09 - kein Vergleich zum letzten Jahr, was das Stricken anbelangt. Zwar gibt es auch hier eine Dunkelziffer (vier Jäckchen, zwei komplett daneben, eine braucht unbedingt bessere Knöpfe und die letzte so lala), aber das Nähen hat doch überhand genommen. Dann fehlte mir die Inspiration, nicht die Lust und so habe ich das momentane Projekt schon dreimal aufgetrennt. Jetzt weiß ich aber, was ich daraus fertigen werde. Glaube ich.
Aber zu diesem Jumper hier: die Anregung dazu war ein Bild von Dita von Teese in einer gestreiften Bluse. Allerdings, und das könnt ihr auf dem Bild kaum sehen, habe ich überdesignt. Für die Knopfleiste wäre ein schlichtes Muster schönes gewesen als diese Pfeile, die ich produziert habe.

Und zu guter Letzt ein Kleid ohne Inhalt. Mein Bruder heiratet am Samstag und die errötende Braut bekommt ihr Kleid von mir. Warum ich mir das angetan habe, ich weiß es nicht. Ich habe einen ganzen Abend bis in die späte Nacht und den gesamten nächsten Tag daran gearbeitet, mit angehaltenem Atem und hochgezogenen Schultern, so nervös war ich. Jetzt drückt mir die Daumen, dass es passt.

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Mittwoch, 11. November 2009

FNO 32/09 - Nä, nä, watt wör dat fröher för ne superjeile Zick ... Alaaf

In einer guten Viertelstunde beginnt die neue Session und wir hören schon den ganzen Morgen über Karnevalsmusik in unserem Lokalradio. Wir sind meine beiden Jungs und ich; die beiden sind wieder einmal erkältet. Nur leicht zwar, aber ausreichend krank, um bis kurz vor 9:00 Uhr zu schlafen. Als ich sie im Kindergarten für heute abgemeldet hatte, teilte man mir mit, es wäre besser, ich ließe sie bis wenigstens Freitag zu Hause - es gab einen Fall von Schweinegrippe im Kiga. Meine ruhigen Vormittage sind damit gestrichen, aber für ein wenig bloggen, knipsen und später auch mal nähen nehme ich mir die Zeit.

Und wer nun denkt, ich wäre eine Jecke und präsentiere nun ein Kostüm - nein, weit gefehlt. Ich kann mit Fastelovend nicht so viel anfangen, aber zweimal im Jahr höre ich die Lieder gerne und heute hat es unsere Stimmung gehoben. Wenn aber kein Karnevalskleidchen, was habe ich dann zu zeigen? Das hier:

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Diese Hose hatte ich schon einmal genäht (hier) und da Röhren nach wie vor schön sind, wollte ich mich noch einmal heran wagen. Und ich habe mich gewagt und sogar eine Schnittänderung durchgeführt. Da meine Rückseite ja eher flach ist, habe ich mit Hosen ein Problem - beim letzten Versuch konntet ihr das schön sehen. Also habe ich mein Burdabuch hervorgeholt, habe das hinter Schnittteil auseinander genommen und neu geklebt. Außerdem habe ich die vordere Schrittnaht flacher geführt - ich kam mir unglaublich professionell vor ...

Weniger professionell ist allerdings, dass ich a) einen festeren, elastischen Stoff gewählt und b) bei der Nahtzugabe zu knapp gezeichnet hatte. Was heißt das im Ergebnis? Natürlich: die Hose ist zu eng. Hmmm. Aber - ha! - nicht zu kurz! Auch mal eine Neuerung. Ich habe die Seiten- und Mittelnähte so weit es ging, ausgelassen, aber es drückt doch noch ein wenig. Probeweise hatte ich das auch an der mittleren Naht des vorderen Hosenbeines versucht, aber dann entstehen zwischen Hüfte und Schritt wieder dieses Beutelbeulen, also habe ich das als nicht gelungen wieder zurück geführt.

Gelernt habe ich, dass die flache-Sitzfläche-Änderung wirklich gut klappt und ich vor dieser Schnittänderung keine Angst haben muss, dass ich dann aber trotz des schmaleren Abnähers an der Seitennaht zugeben muss. Nun suche ich nach einem Hosenschnitt, an dem ich das noch einmal versuchen kann - Reißverschluss vorne, Bein schmal, vielleicht minimal nach unten ausgestellt, Bügelfalte, eher klassisch, aber nicht Marlene. Stoff habe ich schon, ein wunderschönes dunkles Tintenblau. Doch zurück zur aktuellen Hose.

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Na? Sitzt nicht schlecht. Ist allerdings eher eine Steh- und Shoppinghose (wobei, es darf nicht zu kalt sein, denn eine Strickstrumpfhose hat da keinen Platz mehr...). Obwohl: ich habe sie noch an und SITZE am Rechner. Geht, wollte ich aber nicht für acht Stunden ertragen müssen.
Der Stoff ist übrigens ein Baumwoll-Elasthan-Gemisch, das in Richtung samtige Jeans geht. Und genau diese samtige Oberfläche ist ein Problem: rothaariger Kater und schwarze Hose geht schon schlecht, aber wenn man einensolchen Stoff nimmt, dann hätte man auch gleich einen räudigen Pelz verwenden können. Was also habe ich getan: Ich habe die Außenseite nach innen gewendet. Eine Schande, aber dafür schön kuschelig am Bein ;-)

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Oh ja, wie wäre es mal wieder mit ein wenig Sport? Könnte meiner Rückseite nicht schaden, aber ich habe überhaupt gar keine Lust. Viel zu langweilig ... da muss ich noch einige Bilder dieser Art anschauen, dann steigt meine Motivation gewiß.

Freitag, 6. November 2009

FNO 31/09 - Es grünt so grün

Kann es sein, dass meine Titelauswahl in letzter Zeit musikalisch inspiriert ist? Uninspiriert träfe es aber auch ...

Grün sollte diesen Herbst / Winter ein großer Trend werden, aber bislang habe ich nicht viel Grünendes entdecken können, weder an den Stangen noch in den Stoffregalen. Grün ist auch keine der Farben, die mir besonders stehen, aber sobald ein guter Teil blau eingemischt ist, liebe ich es. Als ich vor zwei Wochen auf dem Godesberger Stoffmarkt einen petrolgrünen Stoff entdeckte, musste er mit, weil ich annahm, dass er gut zu einigen meiner Pullis passen würde. Dieser Stoff ist ein Leinen-Viskose-Wolle-Gemisch, relativ grob, aber fest gewebt aus schwarzem und kräftig türkisem Faden. Günstig war er nicht (ich bin aber auch etwas geizig mit den Meterpreisen), und so habe ich mir 80 cm abschneiden lassen; ausreichend für einen schmalen Rock.

Vorgestern nun wollte ich loslegen ... Raus mit dem Tuch aus seiner Tüte, rauf auf den Tisch und hoppla: wie sieht das denn aus? Ich habe mich schon öfter über schief geschnittenen Stoff geärgert, aber das hier toppte alles:

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Bei 2 m Stofflänge wäre das nur ärgerlich gewesen, bei 80 cm ein Problem, denn nun musste ich Stoffbahnen hin und her schieben, die ich lieber nebeneinander gehabt hätte. Der Stoff ist nämlich in den Querreihen mit einem unterschiedlich dicken Faden gewebt und die Struktur ist gut sichtbar. Diesen Verschnitt mit zwei Stoffbrüchen ordentlich übereinander zu legen, habe ich nicht schaffen können, denn das Gewebe war auch noch etwas verzogen. Was immer ich versuchte, das blieb schief.

Aber versucht habe ich es dennoch; mein Sechsbahnen-Standardschnitt sollte es werden; diesmal mit zwei kleinen Seitenschlitzen. Wäre ich eine bessere / erfahrenere Schneiderin, so wäre mir klar gewesen, dass das nichts werden kann. Jetzt kann ich sagen, dass ich um eine Erfahrung näher am Besserschneidern bin ;-)


"Ist das alles, was ich erwarten kann?"

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"Traurig, traurig, traurig - das soll ein Saum sein?"

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"OK, ernsthaft jetzt!"

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Was ist passiert? Zum einen sind die mittleren Stoffbahnen unten in einem Halbbogen ausgeschnitten - das konnte ich erst sehen, nachdem ich sie auseinander gefaltet hatte. Da macht sich der verzogene Fadenlauf schön bemerkbar. Dadurch wäre der Rock nun wieder zu kurz geworden, so dass ich den Saum teilweise mit 0,5 cm angenäht habe. Bügeln hat das Ganze noch verschlimmert und so wellt es sich, als stünde ich in der Nordsee. (Wäre vielleicht ein passenderer Post-Titel gewesen).
Die kleinen Seitenschlitze sind im Grunde eine nette Idee, eine schöne Abwechslung, ein praktisches Detail: Ich mag diese hohen Schlitze an der Rückseite nicht sehr, denn der Rock hängt dann leicht einmal durch, der Schlitz öffnet sich im Laufe des Tages zu einem ständig geöffneten Dreieck und meine Beine sind von hinten noch dünner - also noch mehr gelernt; Seitenschlitze sind gut, gut, gut. Ausschreiten kann man damit genauso gut, eher noch besser, denn da wickelt sich kein Stoff um warme Strümpfe. ABER bei diesem Stoff mit diesen Problemen stehen sie einfach nur wie kleine Fahrradwimpel ab.
Seit zwei Tagen nun möchte ich glauben, der wellige Saum, die winkenden Seiten seien verspielte Designelemente, aber bislang scheitere ich. So ganz beendet ist dieses Projekt auch noch nicht: ursprünglich wollte ICH diesen Rock FÜTTERN! Sogar mir ist klar, dass diese Art Stoff mit etwas Unterstützung besser und länger lebt. Deshalb ist der Belag noch nicht angenäht. Aber nicht nur, dass sich das Füttern kaum lohnen wird, es wird den Sitz vielleicht noch verschlimmern, denn im Leben schaffe ich es nicht, diesen glitschigen, rutschigen Viskosekram sorgfältig zu zu schneiden und diese Mühe für diesen Rock?

Mal schnell was anderes: Ich möchte mich doch einmal entschuldigen, dass die hier gebotenen Bilder so langweilig sind. Der immer gleiche Hintergrund, keine Details, dazu immer die Schieflage. Aber ich kann es nicht ändern, denn unsere Kamera ist resistent: Zwar haben wir einen Tripod, nützt aber nichts, denn den kann man nur auf der Breitseite anschrauben und so sehr ich mich anstrenge: ich passe nicht ins Querformat. Also steht der Apparat auf seinen Schmalseiten, die beide nicht eben sind - sprich, die Bilder werden schief. Eine Zeitlang habe ich das mit Photopshop bearbeitet, das sah aber nicht besser aus, weil häufig Füße, Köpfe oder ähnliche Nebensächlichkeiten mit abgeschnitten wurden. Dauert auch viel zu lange. Dann brauche ich einen Platz, auf dem die Kamera steht und der mir erlaubt, mich in ganzer Länge ins Bild zu bringen. Dieser Platz ist eines unserer Billys. Um mich nun aber frontal und nicht von leicht oben oder unten zu knipsen, müsste ich den Regalboden umbauen - mache ich aber nicht ;-) Und so stehe ich nicht nur schief, sondern bin auch immer etwas unproportionierter als in Wirklichkeit; das hoffe ich zumindest, denn vieles sieht im Spiegel doch besser aus als auf diesen Bildern. Meine breiten Hüften sind ja schon einige Male hier angesprochen worden ... die sind vor allem etwas zu hoch und sicherlich nicht schmal. Das eigentliche Problem aber ist mein viel zu schmaler Brustkorb, der das nicht ausgleicht. Auf Bildern finde ich mich dann scheußlich (ok, im Spiegel manchmal auch, aber das geht euch allen so!) und das hilft beim Fotografieren auch nicht.

Ich würde liebend gerne schöne Aufnahmen zeigen, mit einem angenehmen Hintergrund, einer kleinen Geschichte, einem gut sichtbaren Detail, den echten Farben (beides macht dieser Apparat aber auch nicht mit), aber zur Zeit habe ich keine Möglichkeit, euch das bieten zu können. Das tut mir sehr leid.

Freitag, 30. Oktober 2009

FNO 30/09 - We fade to grey

000001802117Ich liebe Grau und so ist kein Wunder, dass ich mich von diesem Kleid in der vorletzten Burda angezogen fühlte. Es hat alles, was ich liebe: es ist ärmellos, das Oberteil ist eng, der Ausschnitt hoch geschnitten und der Rock ist ausgestellt und dazu noch diese Falten - ja, das war für mich das Highlight des Jahres.

Aber wie immer, wenn es zu Burdakleiderschnitten kommt, traute ich mich nicht heran. Erinnert ihr euch an dieses Kleid?

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Ich hatte dieses Kleid in 36 genäht; in der Hüfte saß es zu eng, in der Taille stand es gute 10 cm ab und obenherum schlotterte es - irgendwie ... Mit sehr gemischten Gefühlen habe ich also den neuen Schnitt kopiert, habe mich erneut für 36 entschieden mit der Option, von der Taille aus die Nahtzugabe knapper zu nähen und fing an. Die Arbeit an diesem Kleid macht Spaß, bis auf die Aufmalerei der gefühlten 20.000 Faltenbruchlinien, aber immer blieb diese Unsicherheit, ob es wohl sitzen würde. Und nachdem ich dann endlich so weit war, den Sitz testen zu können, war ich wahrhaftig nervös - albern, hm?

Was soll ich sagen: der Effekt war sehr ähnlich. Kann es sein, dass ein Oberteil an der Oberweite spannt (was ja sowohl das weiße als eben auch dieses Kleid tut) und gleichzeitig unter den Armen und am Ausschnitt zu weit, zu groß ist? Bei beiden Kleidern steht der Armauschnitt unten tütig ab - da fehlt mir der nach oben weiter werdende Brustkorb, nehme ich an. Beide Halsausschnitte stehen ebenfalls nach vorne bzw. nach hinten ab, ebenfalls zu groß. Und dennoch spannt es um die Brust herum, was dann - so denke ich - zu diesen sternförmigen Falten führt. Nicht dass, ihr denkt, da sei zu wenig Stoff, nein, ich kann überall ordentliche Stoffmengen mit Wäscheklammern wegstecken. Meine Kleider nach den Vogueschnitten sind insgesamt oben herum enger und werfen keine Falten.

Nun wollte ich nicht wieder einen schönen grauen Stoff verloren geben, und obwohl ich keine perfekten Falten oder sonst eine perfekte Naht fabriziert habe, ist das Kleid doch insgesamt gut gelungen. Also habe ich von der Taille (auch zu weit) ausgehend nach oben hin insgesamt zwei Zentimeter weggenommen, bin also auf Größe 34 ausgewichen, An den Auschnitten hingegen konnte ich nichts ändern, da bleibt es also zu weit. Ich hätte Bilder von der ersten Version machen sollen: die Falten zur Brust hin waren noch stärker ausgeprägt und dazu standen die Armausschnitte wie Gießkannenausgüsse ab.

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Und weil diese Änderung gestümpert ist, sieht es immer noch nicht perfekt aus - auf dem Bild sieht man ganz schön, wie weit es am Arm ist. Nun habe ich keine schmalen Schultern, sondern eher breite - hier fehlt nichts, Auch bei RTW habe ich bei Oberteilen in 36 keine Probleme, brauche eher sogar mal 38. Was also macht es für mich so unmöglich, Burdaschnitte hier passend zu bekommen? Und wie kann ich das verbessern? Denn offenbar hat sonst niemand Schwierigkeiten damit, ich sehe überall nur wunderbar sitzende Burdakleider. Tipps und Ratschläge wären sehr willkommen: wie bekomme ich mehr Platz für die Brust, aber verschmälere das Oberteil insgesamt, so dass es eng sitzt und nicht überall absteht?

Aber hier noch mal ein paar Bilder; mal mit, mal ohne Gürtel. Und verzeiht bitte die dicken Strümpfe dazu: wie immer sind die unsichtbaren zerrissen und außerdem ist heute recht kühl.

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Mittwoch, 28. Oktober 2009

FNO 29/09 - Kariert von oben bis unten

Bevor ich euch das nächste FO zeige, will ich mich bedanken für euer Lob und eure Anregungen. Ok, ich bin überzeugt, der Rock ist tragbar, sogar für mich - ich fand ja immer, dass diese Rockform eher was für kurvige Figuren ist, aber ich lasse mich gerne überzeugen.
Überhaupt, im Moment bin ich mal ganz zufrieden mit mir, was ja nicht so oft vorkommt. Und ich bin überrascht: Ich war immer, immer sehr schlank, oft auch zu dünn. Was habe ich es gehasst, zumal Dünne mehr Häme zu ertragen haben als Dicke. Ja, dicke, nicht "Kurvige" oder "echte Frauen"; ich bin nicht politisch korrekt genug, um diese beiden einzig erlaubten Synonyme für eine übergewichtige Person zu benutzen. Warum bitte ist es in Ordnung, an jedem Ort, in jedem Artikel, in jedem Forum und wo sonst noch von "Hungerhaken", "Gerippen", "Kleiderbügeln" und "Knochengerüsten" zu sprechen, sobald eine Frau auch nur ihrem Idealgewicht entspricht? Warum aber darf eine Frau von 95 Kilo nicht als einfach nur dick oder auch nur mollig bezeichnet werden? Warum ist sie eine echte Frau und alle anderen nicht?

OK, stopp, sonst rede/schreibe ich mich wieder in Wut und das wird gerne missverstanden. Um das also gleich klar zu stellen: Es war mein Beruf, aus jeder Frau das Schönste heraus zu holen und das war immer leicht, unabhängig vom Körperbau. Ich finde meine Freundinnen allesamt bildhübsch, auch wenn die eine vielleicht zu viel, die andere etwas zu wenig mitbringt; alle sind sie clever, warmherzig, witzig, geistreich, verlässlich - und schön anzusehen! Aber ich wollte ja zum Thema zurück. Ich bin nämlich mit mir zufrieden, was erstaunlich ist, weil ich - wohl durch die endlich so ziemlich geglückte Medikamenteneinstellung - wieder bei dem bin, woran ich gewohnt bin. Draußen ist es kalt, drinnen wird gegessen ;-) Sobald es dunkler und kälter wird, kann ich Süßigkeiten, Chips, belegten Broten, heißer Schokolade mit Sahen, frischen Waffeln, mächtigen Eintöpfen und überbackenen Nudeln nicht widerstehen. Und bis mein zweiter Sohn Tom auf der Welt war, konnte ich mir das erlauben, ohne zuzunehmen - was mich oft geärgert hat, denn ich wollte doch auch mal eine richtige Frau werden ... ;-) Nach dem Abstillen allerdings muss sich meine Hashimoto wohl geregt haben und obwohl die dreißig Kilo Schwangerschaftsspeck nach einem Dreivierteljahr wieder runter waren, war es mit dem unbekümmerten Dauernaschen vorbei, denn ich nahm um Taille und Bauch so sehr zu, dass es mich störte; alles blieb dünn, nur da legte ich zu. Nicht gesund, wie ich erfuhr und nicht bequem, denn da passt nicht mehr viel. Mein Gewicht schwankte ständig und unkontrollierbar um die fünf Kilo auf und ab. Was mir am Dienstag bequem passte, war am Sonntag schon nicht mehr tragbar.

Das war eine fremde und unangenehme Erfahrung für mich, auf das Essen so sehr achten zu müssen; insgesamt war ich immer noch schmal, aber unförmig. Wie lächerlich mir das vorkam, mit einem Gewicht von 55 kg aufpassen zu müssen. Hätte ich gleichmäßig zugenommen, so dass ich beispielsweise von 36 auf 40 gewachsen wäre; damit hätte ich klarkommen können. War aber nicht so: dünne Beine und dicker Bauch, das war ich einfach nicht. Aber wieder einmal langer Rede, kurzer Sinn: auf einmal bin ich wieder von Kopf bis Fuß dünn und werde darüber nicht mehr meckern. Meine Hüften sind runder geworden als sie vor den Geburten waren, aber die höchste Stelle ist ebenfalls nach unten gerutscht, was mir gut gefällt. Meine Taille ist zur Zeit auf sensationelle 64 cm geschrumpft (ähm, hatte ich mit 14 mal ..), Hüfte und Bauch im Gegenzug haben zugelegt. Und ich habe beschlossen, das nicht unproportioniert, sondern weiblich zu finden. Na?

Aber nun auf zum FNO 29.

In der vorletzten Burda war dieses Bild zu sehen:

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Gefiel mir gut, war wie immer bei dieser Art Schnitt erst ab Größe 38 drin. Zwar finde ich das Verkleinern nicht schwer, allerdings ist 36 unter den Armen auch immer zu weit (dazu morgen mal mehr) und wenn ich das Abpausen von Schnitten und das Hinzufügen von Nahtzugaben vermeiden kann, dann tue ich das freudig. So blieb es also bei der Karoinspiration, denn in meinem Vorrat findet sich McCall 5269 (leider OOP jetzt):

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Statt eines glatten Ärmels gibt es hier einen gepufften, was mir besser steht. Der Ausschnitt ist etwas tiefer, was ich aber erst nach der Fertigstellung bemerkt habe. Vor allem kommt das Kleid in kleineren Größen und bei Butterick, Vogue und McCalls habe ich kein Paßformprobleme, zumindest, wenn ich es geschafft habe, die richtige Größe zu finden. In diesem Fall habe ich für das Rockteil Größe 10 gewählt, oben herum habe ich 6 zugeschnitten. Das habe ich gewagt, weil mein Stoff genügend Elasthan für solche Esperimente enthält und weil auf dem Schnittmusterbogen der Hinweis vermerkt war, doch bitte darauf zu achten, dass das Oberteil sehr eng sitzen müsse - wahrscheinlich, um peinliche Enthüllungen zu vermeiden. Kurz und gut: das Ding sitzt wahrhaftig wie maßgeschneidert ... das ist etwas, was mir nur selten gelingt.

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Das mit dem Karo hat nicht an jeder Stelle perfekt geklappt, aber ich kann nicht die Geduld aufbringen, jedes einzelne Karo fadengenau über einander zu legen - Stoff zurechtlegen ist meine ganz schwache Seite bei diesem Geschäft.

Der Ausschnitt ist tiefer, als ich es für mich gewählt hätte, aber der Gatte findet es schön. Bin ich also still und zufrieden. Schwierig ist nur, einen BH bzw. dessen Träger unter zu bekommen:

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Mal von der anderen Seite:

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Jeder Träger wäre hier sichtbar; meine seht ihr nur deshalb nicht, weil ich sie im Ärmel versteckt habe. Nicht sehr bequem, da werde ich mir etwas einfallen lassen müssen.
Hatte ich gestern nicht kurz erwähnt, dass ich Schwierigkeiten habe, die Rock-/Kleidlänge richtig hinzubekommen? Bei einem weiten Rock bin ich ja noch kompromissbereit, aber bei einem schmalen Rock nicht. Ist der Rock zu kurz, dann finde ich meine Hüften nicht mehr weiblich, sondern kastig. Je länger der Rock, desto schmaler die Hüften. Warum also lege ich den Schnitt auf, zeichne extra an jeder Rockbahn zehn Zentimeter mehr an, schnappe mir die Schere und schneide die Zugabe zappzerapp ab? Ich meine, wie blöde kann ich mich anstellen? Ich habe erst einmal angefangen und letztendlich zwei breite Streifen unten angenäht, die ich nun als gewolltes Designelement verkaufe. Könnt ihr es sehen?

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So, nun muss ich weg, viel zu viel Zeit habe ich hiermit verbracht. Wie ihr im Hintergrund sehen könnt, warten schon Film und Bügelwäsche auf mich. Bügeln lässt sich ohne Ablenkung nicht ertragen - nicht für mich auf jeden Fall.

Dienstag, 27. Oktober 2009

FNO 28/09

So einiges ist fertig geworden in der letzten Zeit, nur: wenn ich nähe, kann ich nicht bloggen und da ich mich in einer Art Rausch befinde ("Ich muss nähen, ich muss nähen, ich muss und so weiter"), kann ich mich nur schwer überwinden, Stoff beiseite zu legen und zu fotografieren. Habe ich aber vor einer halben Stunde doch getan. Weil ich den Rock eh an hatte, sonst ...

Wie angekündigt, habe ich aus dem blauen Wollstoff, aus dem auch die Seemannshose entstanden ist, einen Rock genäht: Simplicity 5914, mit Topstitching und sechs Knöpfen versehen und um sieben Zentimeter verlängert. Simplicity hatte ich bislang noch nicht verwendet und so war das ein spannendes Experiment, zumal ich mir nicht sicher war (und bin), ob mir dieser Schnitt gefällt.

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Um die Hüfte herum dürfte es einen guten Zentimeter weiter sein, aber das ließe sich bei einem nächsten Versuch leicht ändern. Dass mir die Länge nicht gefällt, wird nicht jedem einleuchten - sind meine Beine denn wirklich so viel länger als die der Durchschnittsfrau?? Der Rock soll dem Schnitt nach 61 cm lang sein und in Kniemitte enden; für mich eine gräßliche Länge, zumal 61 cm bei mir ÜBER dem Knie aufhören. Aber nun hört der Rock trotz der Verlängerung nur knapp unterhalb des Knies auf. Für meine Beine sieht es besser aus, wenn die dünnste Stelle verdeckt ist und die genau liegt nun frei. Ärger, ärger. Wenn ihr in den nächsten Tag sehen und lesen werdet, wie oft mir das - immer und immer wieder - passiert, dann dürft ihr euch lautstark wundern: Nein, ich lerne nicht dazu, ich scheue mich, zu viel Länge zuzugeben, weil ... ähm, keine Ahnung.

Was ich beim nächsten Mal auch ändern würde: der ausgestellte Teil wird später beginnen, nicht schon in der Mitte der Oberschenkel - was nicht an meinen langen Beinen liegt, denn auf dem Modellphoto sieht das genauso aus.

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Könnte fünf Zentimeter länger sein, wirklich. *groll* Und wie wäre es mit Details? Bitteschön:

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Donnerstag, 15. Oktober 2009

FNO 25 + 26/09 - I love Rock'n Roll!

Oder so ähnlich. Obwohl, wenn ich mich für drei Musikrichtungen entscheiden müsste, so wären das Chanson, Klassik und Rock. Passt also. Ich habe immer schon eine Neigung zu schwarzem Leder gehabt und nachdem meine alte Hose meiner neuen Form nicht folgen konnte oder wollte, war ich glücklich, dass es nun so viele echte und falsche Lederhosen zu kaufen gibt. Klar habe ich schon vor einigen Wochen zugeschlagen und mir eine vegetarische Röhre zugelegt - viel bequemer, pflegeleichter und da ich auch kein Fleisch mehr esse, besser mit meiner Gesinnung vereinbar.

Was mir immer schon fehlte, war ein Rock, eng, lang und schwarz. In der letzten Woche hoppelte mir ein Nappalederimitat in der Karstädtischen Stoffabteilung über den Weg, welches von mir eiskalt erlegt wurde. Aber - wie ätzend ist das zu Nähen. Oben Kunstleder, unten eine Art Jersey. Die Hauptnähte waren kein Problem, da sowohl unterm Füßchen als auch über dem Transport der Stoff liegt. Bügeln ist hierbei nicht drin, wie also die Nähte flach bekommen? Sichtbar steppen wäre eine Idee, die zu Leder gut passt. Ja, ha! Dann liegt an beiden Seiten das Kunstleder und meine Maschine zumindest weigert sich, das zu Nähen. Einreißen und Durchlöchern, bitte gerne, aber steppen - vergiß es. Da stellt sich auch gleich die nächste Frage, wie der Reißverschluss an den Rock kommt und dort auch verbleibt, wenn ich mich mit hinein zwänge. Die Lösung heißt: Textilkleber und Handstiche. Für jemanden, der Basteln hasst und nicht einen einzigen Stich wie den anderen hin bekommt, eine wirklich gute Idee. Und eine Text(il)aufgabe für alle begabten Rechnerinnen:

Ein TnT-Schnitt, bestehend aus 4 Teilen, 1 Reißverschluss, 1 Kleber, 4 Nähte, 2 Abnäher, 1 Taillenbund, 0 Saum, 9 Nähtzugaben, 2 linke Hände ergibt wieviele Stunden Arbeit? Ich habe am Montag angefangen und wäre bei normalem Stoff auch am Abend fertig geworden. In diesem Falle jedoch habe ich vor zwei Stunden aufgehört und allerlei Mängel in Kauf genommen. Macht 4 Nachmittage und unzählige Nerven. Na, wer hat die Aufgabe richtig gelöst? Kunstleder oder echtes Leder? Schön, aber danke, niemals wieder!

Dazu habe ich zum einen ein eher misslungenes Blüschen heraus gekramt, mit dem ich eine ähnliche Rechnerei aufmachen könnte. Ergebnis: rutschige, transparente Stoff - wo bleibt da das Vergnügen??? Aber zusammen sieht es eigentlich ganz nett aus ...
Zum anderen habe ich einen Pulli von vor zwei Jahren heraus gezogen und meine neuen Stiefel (es gibt Stiefel, die nicht zu weit am Schaft sind, seht ihr sie, seht ihr sie) übergestülpt - das ist ziemlich kältetauglich zusammen. Gucken? Bitte:

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Welche Jacke - immer noch nicht weiter ...

Ja, Steffi, Caban passt schon - aber gerade diesem Schnitt traue ich nicht, der sieht an dem Model schon sooo riesig aus ...

Und es ist ja auch noch ein Rock dazu gekommen, der auch Köpfchen in der Mitte hat. Dazu sollte die Jacke auch passen. Also habe ich gerade in Photoshop gebastelt. Von dem EF-Schnitt gibt es leider kein Schnittbild, so ist schon mal ein Modell eliminiert, ha!

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Unbenannt-14

Ich weiß nicht, warum die Bilder jetzt so sehr verschwommen sind, aber so ungefähr kann man etwas erkennen. Ich tendiere immer mehr zur Nicht-Cabanjacke ...

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Welche Jacke?

Ich kann mich nicht entscheiden, welche Jacke am besten zu meiner Seemannshose und zu mir passen würde.

Da wäre einmal dieses Modell aus der Easy Fashion - länger und ohne die Rüschen, natürlich. Dann diese Jacke aus der letzten Burda - die Ärmel würde ich ebenfalls verlängern. Oder aber die Cabanjacke, die Eva für mich gefunden hatte.

Alle drei habe ich verfügbar, alle drei kommen mit meinen zwei Metern aus, alle drei sind doppelreihig. Aber ich bin mri einfach nicht sicher. Nummer eins ist sehr gerade geschnitten und vielleicht zu formlos für mich.
Nummer zwei ist sehr viel eleganter, aber der große Kragen könnte mich erschlagen.
Nummer drei ist komplizierter zu nähen und sind sehr groß aus, da könnte ich drin versinken.

Tja, was nun?

Sonntag, 11. Oktober 2009

FNO 24/09 reloaded

Die gerade geschnittene Wollhose gefiel mir nicht, dass habt ihr wohl bemerkt. Es gab Tipps von euch, woran das liegen könne, was sehr lieb und auch hilfreich war, bis eben auf die Tatsache, dass nichts den Schnitt dieser Hose hätte wirklich verbessern können. So, wie ganz gerade geschnittene Röcke an meiner Figur nicht ausshen, so stehen mir eben auch keine ganz gerade geschnittenen Hosen - beides sollte entweder aus- oder eingestellt sein. Was also tun, zumal dieser Stoff sehr elastisch und sehr anschmiegsam ist und somit überall anklebt.

Ich habe hin- und her gegrübelt, an dem verhassten Teil herum gezogen und gesteckt, bis ich den Stoff nicht mehr sehen konnte. Da ist dann der Punkt, an dem ich mutig werde: wennich bereit bin, etwas in der Tonne zu entsorgen, dann kann ich auch noch daran herum basteln. Also habe ich die Innennähte bis knapp zur Taille aufgetrennt und überlegt, wie ich daraus einen Rock herstellen könnte. Nun sind bei einer Hose ja nicht nur die Seiten- , sondern auch die Mittelnähte geschwungen - für mich keine leichte Aufgabe, da nun eine vordere und hintere Mitte zu erkennen, die auch wahrhaftig in der Mitte liegt. Ist mir auch nicht gelungen, schon deshalb, weil dieser Stoff nicht aufgetrennt werden mochte und trotz aller Vorsicht an sieben verschiedenen Stellen eingerissen ist. Da die Menge aber knapp war, musste ich auf die Löcher beim Nähen Rücksicht nehmen und so sind die Nähte - nunja, sagen wir mal, weniger Bauhaus als vielleicht Rokoko ...

Von hinten sah das im Grunde sogar ganz gut ist, noch nie sah mein Po so rund aus ;-) Vorne allerdings fehlte mehr als nur ein Zentimer, um überhaupt in diesen Rock hineinkommen zu können. Zog ich dieses Rockfragment an, so öffnete sich das Vorderteil in einem sehr schön gleichmäßigen Dreieck. Bot es sich da nicht an, aus dem Reststoff einen Godet zurecht zu schneiden? Nicht, dass ich schon jemals einen solchen eingenäht hätte, aber ich war ja mutig. Der erste Versuch ging daneben und beim Autrennen entstand das nächste Loch - so kommt es, dass der Fadenlauf nicht mehr gerade ist und das Dreieck insgesamt sehr wellig ist. Perfektion habe ich nicht erreicht, aber immerhin einen Rock, der einen Stich in die Vierzigerjahre hat, sehr, sehr bequem ist und trotz tausender Fehler und notdürftiger Lösungen tragbar ist.

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Und bevor ich nun irgendetwas an dem grauen Kleid zu retten suche, mache ich mich an ein neues Projekt.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Frauen und Schönheit

Lasst uns für einige Minuten glauben, ich sei einsichtiger und besser als ihr in der Lage, mein Wissen zu meiner Zufriedenheit einzusetzen, ja? Angeregt durch Joanna's Beitrag gestern Abend habe ich heute Nacht hin und her gegrübelt und jetzt möchte ich einmal etwas zu dem Thema „Schönheit“ sagen.

Ich habe lange Jahre als Kosmetikerin gearbeitet und die wichtigste Zeit war dabei diejenige auf Norderney, während der ich eine Schönheitsfarm geleitet habe. Das bedeutet, dass ich mit Frauen jeden Alters und jeder Ausbildung für eine Woche oder länger sehr eng zusammen kam. Würde ich jemals anfangen, weibliche Lebensgeschichten auf zu schreiben, so käme mehr zusammen, als ich bewältigen könnte. Ein Thema ist vorherrschend, natürlich: die eigene Schönheit. Die für die meisten Frauen als abwesend, nicht vorhanden betrachtet wurde. Was glaubt ihr, wie viele Kundinnen sich schon am ersten Abend für ihre Anwesenheit entschuldigten, mir versicherten, sie wissen nicht schön zu sein und dass ich das nicht ändern könne ...

Habt ihr jemals andere Frauen oder vielleicht sogar euch selbst beobachtet, wenn sie aus der Umkleide heraus vor den Spiegel treten, um über den Kauf einer Hose oder einer Bluse zu entscheiden? Der Blick ist angestrengt, die Gedanken nur auf Kritik gerichtet. Kritik gegenüber sich selbst, nicht gegenüber der Hose! Sie zupfen an Pulli und Haaren, drehen sich um die eigene Achse, schütteln den Kopf, seufzen und blicken verstohlen nach anderen Kundinnen, ob nicht eine von ihnen entsetzt über diesen Anblick ist. Selten strahlt jemand, freut sich über das tolle neue Stück oder schaut sich zufrieden ins Gesicht. Sowieso scheint mir das ein Grund zu sein, weshalb viele Frauen so ungünstig gekleidet sind: sie schauen nicht auf die Gesamterscheinung, sondern nehmen sich stückchenweise auseinander und kaufen einfach das, was irgendwie irgendwo zu passen scheint. Steht die Farbe mir überhaupt? Mag ich mich darin bewegen? Und genau das hatte mich dazu gebracht, auf der Farm auch Farbberatungen an zu bieten.

Der Raum, der dafür vorgesehen war, war groß, hell und rechteckig. An der einen Schmalseite war eine tiefe Arbeitsplatte von der einen Ecke zur anderen angebracht, darüber ein Spiegel, der die Wand komplett bedeckte. Auf die meisten Frauen wirkte allein das schon einschüchternd. Was eine Farbberatung ist und wie sie abläuft, werden die meisten von euch vielleicht wissen: Nacheinander werden große Tücher in verschiedenen Farben über die Schultern gelegt, um zu sehen, welcher Ton optimal und welcher zu meiden ist. Oft läuft es so ab, dass eine Beraterin der Kundin mitteilt, was sie von nun an zu tragen habe, ihr einen Pass mit gibt, an den sie sich sklavisch zu halten habe und der dann innerhalb kürzester Zeit in der Ecke landet. Keiner von uns lässt sich gerne etwas vorschreiben, wir müssen es selber erkennen. Für mich hieß das, dass nicht nur ich etwas im Spiegel sehen sollte, sondern vor allem die Kundin selbst. Wenn ihr aber an die Frau aus der Umkleide denkt ...

Sobald also meine Kundin vor dem Spiegel saß, ich ihr die Theorie hinter dieser Beratung erklärt hatte und sie neugierig auf das Ergebnis war, bat ich sie, mir zu sagen, was ihr an ihrem Gesicht am besten gefalle. Bis auf eine in Prozent nicht zu erfassende Minderheit antwortete jede Frau (und es waren weit über hundert!) zunächst einmal gar nicht, drehten den Kopf nach links und rechts, drückten das Kinn auf die Brust, zupften an Nase, Ohren und Haaren, zögerten und zauderten, blickten mich ungläubig an, um letztendlich auf zu zählen, was sie alles NICHT an sich mochten. Und, glaubt mir das, das war vieles! Ich habe mir alles angehört und dann wiederum gebeten, mir zu sagen, was sie an sich mögen. Wieder Zögern und Zaudern und dann kam immer die gleiche Antwort, schüchtern und fragend hervorgebracht: „Meine Augen...?“ Da konnten Frauen vor mir sitzen mit den herrlichsten roten Naturlocken, der glattesten Haut, der zierlichsten Nase, dem sinnlichsten Mund, dem zartesten Schwanenhals, den höchsten Wangenknochen, alles egal, es waren immer die Augen, selbst wenn diese kaum zu erkennen waren.

Ich denke, das hat zwei Gründe: fast jede von uns hat schon einmal gehört, sie habe schöne Augen (weil die meisten Männer so originell sind, nicht wahr?). Augen sind ungefährlich, wir vergleichen ständig alles an uns: wer hat die längeren Haare oder Beine, den größeren Busen oder bessere Haut, aber Augen fallen nicht unter diese Art von Konkurrenz. Da kann man nicht viel falsch machen, wenn man zu gibt, mit ihnen zufrieden zu sein.
Schlimmer ist aber noch, dass die meisten Frauen wirklich nicht wissen, was schön an ihnen ist. Sie sehen nur Fehler über Fehler, Makel neben Makel. Und das war der Punkt, an dem diese Farbberatung für mich spannend war, der Punkt, an dem ich Frauen eben doch schön machen konnte. Eine Frau - die unsicher vor dem Spiegel sitzt, zugeben musste, sich selten einmal richtig zu betrachten – auf die Besonderheiten ihres Gesichtes oder ihrer ganzen Gestalt aufmerksam zu machen, war ein tolles Erlebnis. Wenn dann nach alldem das erste Mal die Tücher zum Einsatz kamen, wusste sie, worauf sie achten musste. Spätestens nach dem achten Tuch war sie fit: Meine Nase sieht mit grün schief aus, meine Augen leuchten bei rot und in orange werfe ich sie alle um.

Und da gab es diesen einen Punkt, an dem wir alle von den Männern hätten lernen können: sehr oft sind Kundinnen am Wochenende von ihren Männern besucht oder abgeholt worden und ebenso oft bestand die Holde darauf, dass ihr Held auch einmal farblich unter die Lupe genommen wurde. Und die meisten Männer waren nicht abgeneigt. Der große Unterschied war, dass Männer – gefragt, was sie dann an sich mögen – gar nicht mehr aufhören konnten mit der Aufzählung ihrer guten Attribute, von denen manche für mich nicht so sichtbar waren. Ganz schnell hatte ich meine Methode für die Jungs geändert und fragte statt dessen, ob es wohl irgend etwas an ihnen gäbe, was ihnen nicht gefiele. Das ging schnell, die Antwort lautete immer: „Nein.“

Und was die wunderschönen Frauen anbelangt, die sich selbst so nicht wahrnehmen: das, was wir vielleicht heute so besonders an ihnen finden, mag oft genau das gewesen sein, weswegen sie während der Pubertät gehänselt worden sind. Die schlanke Figur, die roten Haaren, die natürlichen Sommersprossen, ihre elegante Art zu gehen und zu stehen, ihre üppige Oberweite – was auch immer es war, oft ist es für sie selbst auch nach Jahrzehnten noch negativ besetzt.

Aber so klug ich das alles erlernt und durch schaut haben mag, klüger und einsichtiger bin ich eben auch nicht. Ich sehe mich auch meist nur als Addition meiner Makel, die beträchtlich sind. Um zufrieden zu sein und auf andere schön zu wirken, gehört nun einmal – banal und voller Klischee, wie es sein mag – auch das Akzeptieren der eigenen Attribute. Hätten wir uns alles selbst gemacht, so sähen wir anders aus. Würde ich mir freiwillig einen flachen Po (bäh, bäh, bäh) angebaut haben? Hätte ich nicht lieber rundere Waden und kürzere Arme? An guten Tagen betrachte ich mich auch im Spiegel, von oben nach unten und im Ganzen und denke: „Hey, komme, du wirst 42 und siehst doch ganz gut aus, kann man doch was draus machen.“ Aber viel zu oft mache ich mich deswegen verrückt und es kostet mich – ganz ehrlich – sehr viel Überwindung, mich für meinen Blog zu fotografieren. Und auch da habe ich mich heute Nacht – zumal ich angekränkelt und elend eh nicht schlafen konnte – gefragt, warum das so ist. Warum habe ich es geschafft, Frauen ein neues Selbstbewusstsein zu geben, aber mich selbst weiterhin nur negativ zu betrachten? Vielleicht eben weil ich in einer Branche gearbeitet hat, wo es auf ein gutes Aussehen ankommt. Kosmetikerinnen, die zu dick oder zu hakennasig sind, zu alt oder zu jung sind, haben bei Kundinnen einen schweren Stand (und noch weniger bei einem Personalchef). Zu den ersten Abendtreffs mit den neuen Kundinnen bin ich noch sehr entspannt gegangen, nachdem aber im Laufe der Woche mir auch gesagt wurde, wie ich dabei gewirkt habe, worauf die Frauen bei mir geschaut und geachtet haben, wurde ich vor jedem neuen Treffen nervöser, um den Ansprüchen gerecht zu werden: Natürlich und intelligent, schlank und aknefrei, perfektes Make up, unsichtbar und nicht zu bunt, schöne Haare, elegante Kleidung – all das wurde erwartet und es hat einige Zeit gebraucht, bis ich davon nicht mehr unter Druck gesetzt wurde.
Auch die Tatsache, dass ich auf dem Papier ja einiges habe, was unserem Schönheitsideal entspricht, belastet mich mitunter: Ich habe lange Beine, eine schmale Taille, 75B, ein ovales Gesicht, einen vollen Mund, zarte Hände – aber ich weiß eben auch, dass meine Beine zu dünn, der Bauch zu rund und schwabbelig, meine Haut unruhig und das Alter mir zu schaffen macht. Dabei habe ich oft das Gefühl, dass ich aus meinen positiven Eigenschaften hätte mehr machen müssen: mit mehr Sport, mehr Ruhe, mehr ich weiß auch nicht was.

Das war nun ungewohnt persönlich und ich hoffe, das stört euch nicht. Ich habe durch Kommentare hier und durch Mails seit Bestehen des Blogs einige Male Komplimente für mein Aussehen bekommen und jedes Mal fühlte ich mich wie eine Betrügerin. Jetzt fühle ich mich besser, wo ihr wisst, ich betrüge nicht absichtlich ;-)

Liege krank hier herum

und spiele. Interessant, wem ich ähnlich sehen soll...



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es wird nicht halten, ganz klar, weil die 75 cm Unterbrustweite...
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Also, ich finde auch...
Also, ich finde auch die Rückseite ist schön...
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... bist du so schnell. Der Link ist gut, ich hatte...
michou - 11. Nov, 11:48
super Hose!
erst mal Gute Besserung fuer die Jungs! (meiner hier...
Lara900 (Gast) - 11. Nov, 11:37
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joanna (Gast) - 8. Nov, 00:04
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Über mich

Ich bin Bonnerin, habe auf einem sowjetischem Schiff, im Schwarzwald und auf Norderney gearbeitet, einen Australier geheiratet, zwei tolle Söhne bekommen und bin dem Stricken und Nähen verfallen.

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