Schönheit

Samstag, 9. Mai 2009

Zum Thema Haare

Ich komme nicht davon los.

Dass eine Frisur nicht so wird, wie erwartet, dass es Verständigungsprobleme mit dem Friseur gibt - ok, das kennen wir leider alle. Aber wenn selbst klare Worte ignoriert werden ... argh, mir fehlen die Worte. Lasst mich einfach mal erzählen, wie es war.

Vor einem guten Jahr, ich glaube im Februar, wollte ich meine Haare nur noch loswerden. Über drei Jahre war ich glücklich; hatte ich doch in Nadice die perfekte Friseurin für mich gefunden: irgendwo zwischen Mitte Dreißig und Mitte Vierzig, lange Haar, Mutter zweier Kinder, sehr schick, nie übertrieben gut gelaunt, immer sympathisch und immer auf Weiblichkeit bedacht - sowohl bei sich selbst als auch bei ihren Kundinnen. Ich hatte auch mit ihr schon über einen Kurzhaarschnitt nachgedacht, sie wollte nicht. Recht hatte sie.

Dann kam ihr drittes Kind zur Welt und Nadice entschwand. Anfangs bin ich dem Salon noch treu geblieben, aber als ich dann zu den langen Haaren irgendwie den Pony bekam - ne, dat war et nit. Was immer ich auch versuchte, ich sah alt, bieder und langweilig aus., Also doch kurz - lang war mit den Haaren nicht mehr schön.

Dazu aber wollte ich einen neuen Friseur und so bin ich bei einer bekannten Kette gelandet,die sich sehr trendy geriert. Und bei einer Friseurin, die wir nun S. nennen wollen. Sehr nett, wenn auch mich das typische Friseurgerede etwas nervte: immer musste geredet werden (obwohl ich beim Friseur immer, immer müde werde) und auch das offensichtliche Desinteresse an meinem Antworten berührt mich unangenehm. Aber das - so befürchte ich - muss man wohl oft in Kauf nehmen (bevor sich jemand ärgert: ich habe auch ganz andere kennen gelernt, aber die sind eben nicht typisch).

Aber S. trug die Haare selber kurz und das war schon mal ein netter Ansatz. Und diesen ersten Schnitt hat sie toll hinbekommen - exakt wie besprochen und vorgestellt. Hurra.

Sechs Wochen später der nächste Termin. Das gleiche Blabla, sollte alles so bleiben, nur nachschneiden - über eine Stunde später war ich nicht mehr ganz so begeistert; irgendwie sah das alles viel "topfiger" aus und superspießig.

Fünf Wochen später, zur Hochzeit einer Freundin wollte ich auch meine durch die Sonne immer röter werdende Haare gefärbt bekommen - keinesfalls rot, nur Aschtöne, bitte. Dafür musste ich stundenlang diskutieren, hat aber fast geklappt. Nur hatte ich jetzt einen sehr viel kürzeren Schnitt mit entsetzlich vielen Fransen (die ich bei meinen trockenen Haaren nicht mag - sieht ziemlich kaputt aus, wenn sie nicht frisch gewaschen sind). Dabei durfte ich dann auch feststellen, dass ich nicht gerne mit dem Messer geschnitten werde - egal, wo.

Sicherlich sah dieser Schnitt nicht so schlecht aus, aber passte gar nicht zu mir. Wenn ich mir Bilder dieser Hochzeit anschaue, erkenne ich mich nicht und mag mich noch viel weniger. Und zu meiner Art mich zu kleiden, passte es auch nicht. Aber gut, ich hatte gesagt, dass der zweite Schnitt etwas zu bieder gewesen sei - da kann es schon einmal zu einem Umschlag ins Gegenteil kommen ...

Das habe ich dann beim Besuch im Sommer berichtet und sie gebeten, bitte kein Messer mehr zu nehmen, ich mag ein paar Stufen, aber keine Zipfel. Vom Färbedisaster bei diesem Besuch schweige ich jetzt mal (Blond - ich!). Aber der Schnitt war eine seltsame Mischung zwischen braver Hausfrau und lesbischer Szenegängerin.

Aber kann man ja klären. Mittlerweile hatte ich meine Liebe zu Vintagejumpern und Röcken entdeckt und das Nähen begonnen und wünschte mir mehr Weiblichkeit - jaha, seit August letzten Jahres will ich meine Haare wieder in einen Bob auf Kinnlänge verwandeln: klassisch, wandelbar, nicht zu lang, aber schön weich und feminin. So sehe ich das.

Ich habe literweise Speichel verbraucht, um ihr meine veränderten Vorstellungen zu erklären, habe tonnenweise Bilder gezeigt, immer wieder übertrieben, indem ich von Spitzen- und Rüschenkleidchen sprach, um ein lebhaftes Bild zu erzeugen, in das kurze rote Fransen nicht passen. Aber kann es wirklich sein, dass sie mit der Idee einer Zwanziger-Dreißiger-Jahr-Frisur nichts anfangen kann? Trotz Bilder oder Hinweise auf Filme oder Prominente? Kann es wirklich sein, dass mein seit Monaten wiederholtes Mantra: kein Messer, keine Fransen, alles erst mal auf eine Länge bringen etc. einfach nicht verstanden wird?

Ok, einen Kurzhaarschnitt heraus wachsen zu lassen und den Übergang dabei gut aussehen zu lassen, ist sehr schwer und ich habe keine Wunder erwartet. Dass ich seit Herbst letzten Jahres irgendwie megalangweilig und oberspießig aussehe - hat ja alles einen Sinn. Im Februar hatte ich sie dann gebeten, mir den Nacken hinten einfach so kurz zu schneiden, wie es nötig sei, um auf eine Längen mit den vorderen Stufen zu kommen - nö, hat sie einfach nicht gemacht. Nach dem Fönen zeigte sie mir den Spiegel und ich bat sie, hinten einfach noch eine Stufe wegzuschneiden. Sie holt die Schere, schneidet einen Millimeter ab - und das bei jeder einzelnen Stufe bis zum Oberkopf hoch. Ich erklärte also nochmal, dass ich sie wachsen lassen will. Ja, kein Problem.

Nun hatte ich bis Ende April wachsen lassen - hinten diese viel zu lange Stufe, die verhindert, dass Ganze wie eine Frisur aussieht. Sah aus, wie ein Kurzhaarschnitt, der immer noch rauswächst; ohne dass ich jemals beim Friseur gewesen wäre. Aber ha, diesmal muss sich doch was machen lassen. Immerhin konnte ich die vorderen Partien komplett in einen Pferdeschwanz binden. Also schon recht lang. Eigentlich nur hinten auf eine Länge schneiden, rundherum einen halben Zentimeter weg et voilà: ein Bob, der nur noch schöner werden soll.

Wie zum Teufel kann es sein, dass ich nun aussehe. als wäre es Januar? Warum habe ich hinten schon wieder eine lange Stufe und warum verdammt noch mal ist das Haar hinten mit dem Messer hochgestuft? Warum überhaupt muss die rechte Seite deutlich länger als die linke sein? Und warum verflixt nochmal sieht man das erst zu Hause?

Ich habe nun zwei Wochen lang hin und her überlegt, ob ich zurück gehen soll. Aber letztendlich: was kann das schon bringen? Zunächst einmal komme ich mit Kritik - da wird sie mir keine warmen Gefühle entgegenbringen. Das hilft bestimmt nicht, wenn sie ein Messer parat hat ;-) Dann wird sie versuchen, nach zu bessern, was mir noch mehr Länge nehmen wird.Und letztendlich wird es wahrscheinlich eh meine Schuld sein ...

Also habe ich hin und hergekämmt, trage die Haare jetzt in einem - wie ich mir einreden muss - romantischem Mittelscheitel, um die ungleichen Längen und dämlichen Fransen auszugleichen und flehe ansonsten um schnelles Wachstum und einen guten Friseur.


Übrigens hat mein verehrter Gatte die Kamera mitgenommen - Bilder gibt es also noch nicht. Entschuldigung. Sowohl für den Photomangel als auch meine lange Klage.

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Ich bin Bonnerin, habe auf einem sowjetischem Schiff, im Schwarzwald und auf Norderney gearbeitet, einen Australier geheiratet, zwei tolle Söhne bekommen und bin dem Stricken und Nähen verfallen.

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