Der Göga hat sich bereit gefunden, mich und Pulli zu fotografieren. Was also gibt es zu diesem Pulli bzw. der Anleitung zu sagen?
Nach einigen Mißgestricken lerne ich langsam, Strickanleitungen zu lesen und Bilder zu interpretieren. Wenn ihr euch das Originalbild einmal anseht, dann scheinen die Ärmel doch ausreichend lang zu sein. Weiterhin dürfte es sich bei der jungen Dame um ein professionelles Model zu handeln - sie wird eher nicht klein und kurzarmig sein. Dann sind die Arme gebeugt, wodurch der Ärmel normalerweise nach oben rutschen müsste ... Die Anleitung allerdings wollte, dass ich schon nach 39 cm mit den Armausschnitten beginne - bei einem engsitzenden Pullover? Müssten das dann nicht 3/4-Ärmel werden? Ich habe diese Zahl auf meine üblichen 50 cm erhöht (ich habe lange Arme, aber so sehr zu lang?) Hier mal die Bilder - Original und Fälschung lassen sich zu meinem Bedauern leicht auseinander halten ;-). Modeln liegt mir nicht wirklich.
Insgesamt hat das Stricken viel Spaß gemacht, die Anleitung ist leicht verständlich und lässt sich leicht anpassen. Die Länge hätte ich auch verändern sollen, aber da die neuen Winterhosen zum Glück wieder höher geschnitten sind, ist der Pullover gut tragbar.
Anleitung: Linea Rossa No. 2 von Lana Grossa Modell 17
Wolle: Schurwolle/PA von Lang Yarns, 85 m auf 50 g, 9 Knäuel für Größe 36
Änderungen: Ich habe die Ärmel verlängert und auch den Stehkragen höher gestrickt, ansonsten gab es keine Veränderungen.
Dauer: 8 Tage
michou - 16. Aug, 21:08
Ich habe soeben dazu gelernt - Danke,
Angelika! Ich bin also getaggt worden:
Da gebe ich die Staffel, ähm, den Button doch schnell mal weiter an die Blogs, die ich auch während meiner langen Blogabstinenz regelmäßig gelesen habe:
Die Spinnwebe
clickclack
http://www.myblog.de/juju
Blue Garter
fluffa!
Keine Ahnung, ob sie schon getaggt wurden, aber ich versuche es mal. :-)
michou - 16. Aug, 11:01
Vor gut vier Wochen habe ich mir das Linea Rossa Heft No. 2 besorgt, denn für meinen klassischen Geschmack habe ich darin einiges zum Nachstricken gefunden.
Diese drei stehen auf meiner ToDo-Liste. Für den Aran habe ich noch eine Schachenmayr-Wolle in der gleichen Farbe (Livello - leider 100% PA, aber weich und warm), die Zopfjacke wird ebenfalls in Billigwolle nachgestrickt - und billig dürft ihr wörtlich nehmen: 0,99 € à 100 gr von Zeeman, natürlich ebenfalls PA. ABER: ich sah die Farbe und konnte nicht daran vorbeigehen: ein wunderschön edles Pflaumenblau! Dafür muss ich nun noch entscheiden, ob No. 3 aus einer petrolfarbenen BW/Merino-Mischung von Debbie Bliss oder aus hellgrauer Lana Grossa-Wolle in derselben Mischung entstehen wird ... schwere Entscheidung, ich tendiere zu dem grau.
Den Rippenpulli habe ich auf den Nadeln; der erste Ärmel ist zu 2/3 fertig. Allerdings habe ich das Design etwas verändert: der Pulli ist bei mir komplett gerippt, da mir die Mischung aus glatt, gerippt, diagonal, Lochmuster und Kordel zu unruhig ist. Dazu habe ich eine wunderbare, schwarze Wolle bei ebay ersteigert: Marbella von ggh. Muss sehr alt sein, denn über diese Qualität kann ich nichts im Internet finden. Es ist eine Viskose/Schurwolle-Mischung und fühlt sich, als würde man eine Wolke verstricken. Soft, geschmeidig und leicht - hach.
Der Zopfpulli liegt bereits im Schrank, allerdings in dunkelgrau-meliert aus einer Schurwolle/PA-Mischung von Lang. Zu der Anleitung gäbe es einiges zu sagen, aber das geht besser anhand eines Bildes - folgt noch, sobald ich die Kamerasoftware auf meinem Rechner installiert ist.
Alle Modelle aus diesem Heft könnt ihr
hier sehen
michou - 16. Aug, 10:06
Das ist vorerst das letzte Werk, Aufgabe 6 liegt noch vor mir. In Aufgabe 5 sollte ein eigenes Erlebnis in Form einer Beschreibung oder einer Erzählung verarbeitet werden; ich habe mich für die Beschreibung entschieden.
Blind Dates und Blindgänger
Muh und Kleine Hexe waren überzeugt, Maia und Caipi hoffnungsfroh: der Aussie ist der Richtige für Pauline. Mich überraschte diese Zuversicht; wie sollten vier Frauen, denen ich nie begegnet war, das wissen? Wir hatten uns im Liebesforum zusammen gefunden, um unsere Erfahrungen mit Internetdates auszutauschen. Die paar Jungs, die sich in unseren Thread wagten, verzogen sich schnell wieder – die Stimmung erschien ihnen latent männerfeindlich. Ein Mißverständnis, natürlich. Es war nur so, dass unter den vielen Männern, die wir durch das Internet getroffen hatten, wenige waren, die wir wiedersehen wollten.
Im September 2002 war ich – Pauline – die einzige, die aktiv war. Von mir erwartete die Clique Liveberichte. Davon angespornt lag ein Dating-Marathon vor mir: von Freitag- bis Montagabend hatte ich fünf Treffen vereinbart; Ort und Unternehmung des Dates hingen vom Eindruck ab, den die „Bewerber“ hinterlassen hatten.
Am Freitagabend startete ich mit Olaf, der vor kurzem nach Bonn gezogen war und Freunde finden wollte; wären hübsche Frauen darunter, so hätte er nichts dagegen. Wir entschieden uns für Kino und einen Rundgang durch die Innenstadt. Olaf war so locker, witzig und nett, wie ich ihn am Telefon kennen gelernt hatte. Wir verstanden uns prächtig, machten uns Komplimente und suchten unter den Passanten nach passenden Partnern für den anderen – der Mann fürs Leben war er nicht.
Am Samstagmorgen frühstückte ich mit einem acht Jahre jüngeren Versicherungsmakler, der nicht zu schüchtern war, mir seine Vorzüge zwischen Croissants und Brötchen aufzuzählen. Aber auch meine Persönlichkeit schätzte er hoch. Oder sollte ich sein gesäuseltes „Du bist aber auch ein knuspriges Stückchen“ falsch verstanden haben? Ich glaube nicht, denn nach seinem zweiten Glas Prosecco wollte er mir deutlich näher kommen. Ich verabschiedete mich kühl und fuhr nach Hause, im Geiste schon meinen Bericht für die Clique formulierend. Immerhin: die Mädels starteten lachend in ihr Wochenende.
Auf den Abend freute ich mich: Michael war gebildet, hatte einen trockenen Humor und eine angenehme Stimme. Den Nachmittag verbrachte ich damit, mich in eine Schönheit zu verwandeln. Wie immer zu früh, saß ich im ersten Stock des Bistros und wartete. An den Tischen mir gegenüber saßen zwei Frauen, die ebenfalls zu warten schienen. Nach einigen Minuten betrat ein gutaussehender Mann die Szene; alle drei lächelten wir einladend, während er auf einen anderen Mann zueilte, diesen umarmte und küsste. Gut, der war es nicht. Unbemerkt war ein magerer Mann aufgetaucht. Wäre vor ihm kein Adonis die Treppe hinauf gegangen, so hätten wir ihn nicht übersehen, denn so blass und unscheinbar er auch war, er hatte Geschmack. Nun ja, keinen guten, aber einen bunten. Royalblau das Hemd, ampelrot die Hose. Er stand am Treppenaufgang, blickte sich um – und eilte auf mich zu, einen Strauß Blumen aus dem Bahnhofsautomaten in der Hand. Ich hörte die beiden anderen Frauen erleichtert aufseufzen.
„Du bist viel schöner als auf dem Bild.“ Leider. Er drückte mir die Blumen in den Ausschnitt, verpasste mir einen nassen Kuss auf den Hals und setzte sich. Er zitierte, politisierte und erklärte mir die Welt. Offenbar hatte er mein fassungsloses Schweigen mißdeutet, denn als die Rechnung kam, meinte er: „Ich zahle das hier, du kannst ja noch mit zu mir kommen.“
Ja. Oder ich zahle selbst. Er blickte mir überrascht hinterher.
Am nächsten Morgen verzichtete ich auf Lippenstift und Kamm. Der nächste Kandidat durfte mich nur treffen, weil er nicht los zu werden war. Alles an ihm störte mich: sein Aussehen, seine Kleidung, sein Dialekt. Vor allem aber seine verzweifelte Suche nach einer Frau, irgendeiner Frau. Ich wollte ihm zeigen, dass wir nicht zueinander passten. Er wollte mir zeigen, dass wir zusammen gehörten. Was er auch sagte, ich widersprach. Was ich auch sagte, er stimmte zu. Ich war unhöflich, schnippisch, genervt. Er meinte, ich sei witzig, spontan, selbstbewußt. Ich sagte, er sei nicht mein Typ. Er versprach, er wolle sich ändern. Erst als ich behauptete, ich sei verheiratet und suche nach einer Affäre, erklärte er, ich sei unmoralisch und verließ mich. Drei Stunden hatte der Kampf gedauert, doch seine Anrufe blieben mir von nun an erspart.
Am Sonntagabend zog die Clique das Fazit: Aber morgen triffst du den Richtigen. Steve, den Australier, der, obwohl er Fleisch liebt, ein Thairestaurant aussucht, weil Pauline Vegetarierin ist. Der ein schnuckeliges Deutsch schreibt und spricht. Der nicht Paulines Typ ist, aber so sympathisch aussieht. Der die falsche Musik hört, aber gerne liest und originelle Komplimente macht.
Wie das Treffen mit Steve lief? Das ist eine andere Geschichte. Nur so viel: die vier Frauen, denen ich nie begegnet war, hatten recht.
michou - 16. Aug, 09:24