Das Phildarjäckchen

Ja, was kann ich dazu sagen? Um wirklich so gut zum Rock zu passen, wie ich es mir vorgestellt habe, müsste die Jacke kürzer und weiter ausgestellt sein. So, wie sie aber ist, würde sie gut zu Jeans passen, so ich denn ein Paar besäße, das anständig sitzt. Habe ich nicht, hoffe aber, demnächst (morgen? Verkaufsoffener Sonntag, Kinder bei Oma und Opa und einer unserer Hochzeitstage ...) ein solches Wunder zu besitzen. Dann werde ich mein Jäckchen gerne noch einmal vorführen.
Die Farbe ist auf diesem Bild nahezu getroffen, etwas dunkler ist sie noch. Auch den nicht ganz geglückten Kragen kann man gut erkennen. Die französische Methode, alles in Einzelteilen zu stricken und dann anzunähen, liebe ich sehr - nur nicht für Kragen! Zwar ist der Anschlagsrand bei mir viel schöner als der Abkettrand, aber was nützt mir der schönere Kragenabschluß, wenn ich es nicht schaffe, ihn ebenso schön anzunähen? Hier bleibe ich beim Anstricken.
Würde ich diese Jacke noch einmal stricken, so würde ich den Kragen statt in 2/2 lieber in 1/1 stricken; ich glaube, das würde besser zu dem Schnitt passen, da 2/2 doch etwas rustikal wirkt.
Während ich meine Einkäufe erledigte, schien der eine oder andere männliche Blick auf mich zu fallen - ein sehr ungewohntes Gefühl mittlerweile. Könnte das Jäckchen daran schuld sein? Als ich in unsere Straße einbog, begegnete mir eine Frau um die 60 mit einem wunderschönen Hund, der meinem Einkaufstrolley (ja, so etwas habe ich! Nicht nur alte Frauen benutzen die, ich auch) ängstlich auswich. Wir kamen ins Gespräch und nach einigen Sätzen fragte sie, ob ich diese Jacke selber gemacht hätte - was ich nicht als Kränkung empfinde. Noch bevor ich bejahen konnte, strahlte sie mich an: "Die ist ja todschick, wunderschön. Sehr, sehr hübsch. Sowas ähnliches hatte ich auch mal, als ich noch jung war. Nein, wie hübsch."
Ja, ich glaube, das Jäckchen hat was, obwohl ich mir nicht sicher bin, dass sie und ich zusammen gehören.
michou - 29. Sep, 13:12