FNO 30/09 - We fade to grey
Ich liebe Grau und so ist kein Wunder, dass ich mich von diesem Kleid in der vorletzten Burda angezogen fühlte. Es hat alles, was ich liebe: es ist ärmellos, das Oberteil ist eng, der Ausschnitt hoch geschnitten und der Rock ist ausgestellt und dazu noch diese Falten - ja, das war für mich das Highlight des Jahres. Aber wie immer, wenn es zu Burdakleiderschnitten kommt, traute ich mich nicht heran. Erinnert ihr euch an dieses Kleid?

Ich hatte dieses Kleid in 36 genäht; in der Hüfte saß es zu eng, in der Taille stand es gute 10 cm ab und obenherum schlotterte es - irgendwie ... Mit sehr gemischten Gefühlen habe ich also den neuen Schnitt kopiert, habe mich erneut für 36 entschieden mit der Option, von der Taille aus die Nahtzugabe knapper zu nähen und fing an. Die Arbeit an diesem Kleid macht Spaß, bis auf die Aufmalerei der gefühlten 20.000 Faltenbruchlinien, aber immer blieb diese Unsicherheit, ob es wohl sitzen würde. Und nachdem ich dann endlich so weit war, den Sitz testen zu können, war ich wahrhaftig nervös - albern, hm?
Was soll ich sagen: der Effekt war sehr ähnlich. Kann es sein, dass ein Oberteil an der Oberweite spannt (was ja sowohl das weiße als eben auch dieses Kleid tut) und gleichzeitig unter den Armen und am Ausschnitt zu weit, zu groß ist? Bei beiden Kleidern steht der Armauschnitt unten tütig ab - da fehlt mir der nach oben weiter werdende Brustkorb, nehme ich an. Beide Halsausschnitte stehen ebenfalls nach vorne bzw. nach hinten ab, ebenfalls zu groß. Und dennoch spannt es um die Brust herum, was dann - so denke ich - zu diesen sternförmigen Falten führt. Nicht dass, ihr denkt, da sei zu wenig Stoff, nein, ich kann überall ordentliche Stoffmengen mit Wäscheklammern wegstecken. Meine Kleider nach den Vogueschnitten sind insgesamt oben herum enger und werfen keine Falten.
Nun wollte ich nicht wieder einen schönen grauen Stoff verloren geben, und obwohl ich keine perfekten Falten oder sonst eine perfekte Naht fabriziert habe, ist das Kleid doch insgesamt gut gelungen. Also habe ich von der Taille (auch zu weit) ausgehend nach oben hin insgesamt zwei Zentimeter weggenommen, bin also auf Größe 34 ausgewichen, An den Auschnitten hingegen konnte ich nichts ändern, da bleibt es also zu weit. Ich hätte Bilder von der ersten Version machen sollen: die Falten zur Brust hin waren noch stärker ausgeprägt und dazu standen die Armausschnitte wie Gießkannenausgüsse ab.

Und weil diese Änderung gestümpert ist, sieht es immer noch nicht perfekt aus - auf dem Bild sieht man ganz schön, wie weit es am Arm ist. Nun habe ich keine schmalen Schultern, sondern eher breite - hier fehlt nichts, Auch bei RTW habe ich bei Oberteilen in 36 keine Probleme, brauche eher sogar mal 38. Was also macht es für mich so unmöglich, Burdaschnitte hier passend zu bekommen? Und wie kann ich das verbessern? Denn offenbar hat sonst niemand Schwierigkeiten damit, ich sehe überall nur wunderbar sitzende Burdakleider. Tipps und Ratschläge wären sehr willkommen: wie bekomme ich mehr Platz für die Brust, aber verschmälere das Oberteil insgesamt, so dass es eng sitzt und nicht überall absteht?
Aber hier noch mal ein paar Bilder; mal mit, mal ohne Gürtel. Und verzeiht bitte die dicken Strümpfe dazu: wie immer sind die unsichtbaren zerrissen und außerdem ist heute recht kühl.



michou - 30. Okt, 16:05




Jedenfalls sagt mein schlaues Buch, daß solche Falten von geraden ASchulter herkommen können. Du müßtest also die Schulternaht etwas flacher laufen lassen. Damit sich der Armausschnit nicht verändert, wird dieser im unteren Bereich höher gezeichnet.
Ein Bild würde es einfacher erklären... auf Burdamode.com kanns du unter Service --> Workshops mal bei "hängende Schulter" schauen, nur die Änderungen entsprechend gegenteilig machen.
Am fertigen Kleid könntest du die Schulternähte nochmal aufmachen und flacher auslaufen lassen.
LG Steffi
Lieb von dir :-)
Die Schulternähte sind nur etwa 5 cm breit - meinst, das bringt da was? Aber jetzt gehe ich mir mal die hängende Schulter ansehen ;-)