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Frauen und Schönheit

Lasst uns für einige Minuten glauben, ich sei einsichtiger und besser als ihr in der Lage, mein Wissen zu meiner Zufriedenheit einzusetzen, ja? Angeregt durch Joanna's Beitrag gestern Abend habe ich heute Nacht hin und her gegrübelt und jetzt möchte ich einmal etwas zu dem Thema „Schönheit“ sagen.

Ich habe lange Jahre als Kosmetikerin gearbeitet und die wichtigste Zeit war dabei diejenige auf Norderney, während der ich eine Schönheitsfarm geleitet habe. Das bedeutet, dass ich mit Frauen jeden Alters und jeder Ausbildung für eine Woche oder länger sehr eng zusammen kam. Würde ich jemals anfangen, weibliche Lebensgeschichten auf zu schreiben, so käme mehr zusammen, als ich bewältigen könnte. Ein Thema ist vorherrschend, natürlich: die eigene Schönheit. Die für die meisten Frauen als abwesend, nicht vorhanden betrachtet wurde. Was glaubt ihr, wie viele Kundinnen sich schon am ersten Abend für ihre Anwesenheit entschuldigten, mir versicherten, sie wissen nicht schön zu sein und dass ich das nicht ändern könne ...

Habt ihr jemals andere Frauen oder vielleicht sogar euch selbst beobachtet, wenn sie aus der Umkleide heraus vor den Spiegel treten, um über den Kauf einer Hose oder einer Bluse zu entscheiden? Der Blick ist angestrengt, die Gedanken nur auf Kritik gerichtet. Kritik gegenüber sich selbst, nicht gegenüber der Hose! Sie zupfen an Pulli und Haaren, drehen sich um die eigene Achse, schütteln den Kopf, seufzen und blicken verstohlen nach anderen Kundinnen, ob nicht eine von ihnen entsetzt über diesen Anblick ist. Selten strahlt jemand, freut sich über das tolle neue Stück oder schaut sich zufrieden ins Gesicht. Sowieso scheint mir das ein Grund zu sein, weshalb viele Frauen so ungünstig gekleidet sind: sie schauen nicht auf die Gesamterscheinung, sondern nehmen sich stückchenweise auseinander und kaufen einfach das, was irgendwie irgendwo zu passen scheint. Steht die Farbe mir überhaupt? Mag ich mich darin bewegen? Und genau das hatte mich dazu gebracht, auf der Farm auch Farbberatungen an zu bieten.

Der Raum, der dafür vorgesehen war, war groß, hell und rechteckig. An der einen Schmalseite war eine tiefe Arbeitsplatte von der einen Ecke zur anderen angebracht, darüber ein Spiegel, der die Wand komplett bedeckte. Auf die meisten Frauen wirkte allein das schon einschüchternd. Was eine Farbberatung ist und wie sie abläuft, werden die meisten von euch vielleicht wissen: Nacheinander werden große Tücher in verschiedenen Farben über die Schultern gelegt, um zu sehen, welcher Ton optimal und welcher zu meiden ist. Oft läuft es so ab, dass eine Beraterin der Kundin mitteilt, was sie von nun an zu tragen habe, ihr einen Pass mit gibt, an den sie sich sklavisch zu halten habe und der dann innerhalb kürzester Zeit in der Ecke landet. Keiner von uns lässt sich gerne etwas vorschreiben, wir müssen es selber erkennen. Für mich hieß das, dass nicht nur ich etwas im Spiegel sehen sollte, sondern vor allem die Kundin selbst. Wenn ihr aber an die Frau aus der Umkleide denkt ...

Sobald also meine Kundin vor dem Spiegel saß, ich ihr die Theorie hinter dieser Beratung erklärt hatte und sie neugierig auf das Ergebnis war, bat ich sie, mir zu sagen, was ihr an ihrem Gesicht am besten gefalle. Bis auf eine in Prozent nicht zu erfassende Minderheit antwortete jede Frau (und es waren weit über hundert!) zunächst einmal gar nicht, drehten den Kopf nach links und rechts, drückten das Kinn auf die Brust, zupften an Nase, Ohren und Haaren, zögerten und zauderten, blickten mich ungläubig an, um letztendlich auf zu zählen, was sie alles NICHT an sich mochten. Und, glaubt mir das, das war vieles! Ich habe mir alles angehört und dann wiederum gebeten, mir zu sagen, was sie an sich mögen. Wieder Zögern und Zaudern und dann kam immer die gleiche Antwort, schüchtern und fragend hervorgebracht: „Meine Augen...?“ Da konnten Frauen vor mir sitzen mit den herrlichsten roten Naturlocken, der glattesten Haut, der zierlichsten Nase, dem sinnlichsten Mund, dem zartesten Schwanenhals, den höchsten Wangenknochen, alles egal, es waren immer die Augen, selbst wenn diese kaum zu erkennen waren.

Ich denke, das hat zwei Gründe: fast jede von uns hat schon einmal gehört, sie habe schöne Augen (weil die meisten Männer so originell sind, nicht wahr?). Augen sind ungefährlich, wir vergleichen ständig alles an uns: wer hat die längeren Haare oder Beine, den größeren Busen oder bessere Haut, aber Augen fallen nicht unter diese Art von Konkurrenz. Da kann man nicht viel falsch machen, wenn man zu gibt, mit ihnen zufrieden zu sein.
Schlimmer ist aber noch, dass die meisten Frauen wirklich nicht wissen, was schön an ihnen ist. Sie sehen nur Fehler über Fehler, Makel neben Makel. Und das war der Punkt, an dem diese Farbberatung für mich spannend war, der Punkt, an dem ich Frauen eben doch schön machen konnte. Eine Frau - die unsicher vor dem Spiegel sitzt, zugeben musste, sich selten einmal richtig zu betrachten – auf die Besonderheiten ihres Gesichtes oder ihrer ganzen Gestalt aufmerksam zu machen, war ein tolles Erlebnis. Wenn dann nach alldem das erste Mal die Tücher zum Einsatz kamen, wusste sie, worauf sie achten musste. Spätestens nach dem achten Tuch war sie fit: Meine Nase sieht mit grün schief aus, meine Augen leuchten bei rot und in orange werfe ich sie alle um.

Und da gab es diesen einen Punkt, an dem wir alle von den Männern hätten lernen können: sehr oft sind Kundinnen am Wochenende von ihren Männern besucht oder abgeholt worden und ebenso oft bestand die Holde darauf, dass ihr Held auch einmal farblich unter die Lupe genommen wurde. Und die meisten Männer waren nicht abgeneigt. Der große Unterschied war, dass Männer – gefragt, was sie dann an sich mögen – gar nicht mehr aufhören konnten mit der Aufzählung ihrer guten Attribute, von denen manche für mich nicht so sichtbar waren. Ganz schnell hatte ich meine Methode für die Jungs geändert und fragte statt dessen, ob es wohl irgend etwas an ihnen gäbe, was ihnen nicht gefiele. Das ging schnell, die Antwort lautete immer: „Nein.“

Und was die wunderschönen Frauen anbelangt, die sich selbst so nicht wahrnehmen: das, was wir vielleicht heute so besonders an ihnen finden, mag oft genau das gewesen sein, weswegen sie während der Pubertät gehänselt worden sind. Die schlanke Figur, die roten Haaren, die natürlichen Sommersprossen, ihre elegante Art zu gehen und zu stehen, ihre üppige Oberweite – was auch immer es war, oft ist es für sie selbst auch nach Jahrzehnten noch negativ besetzt.

Aber so klug ich das alles erlernt und durch schaut haben mag, klüger und einsichtiger bin ich eben auch nicht. Ich sehe mich auch meist nur als Addition meiner Makel, die beträchtlich sind. Um zufrieden zu sein und auf andere schön zu wirken, gehört nun einmal – banal und voller Klischee, wie es sein mag – auch das Akzeptieren der eigenen Attribute. Hätten wir uns alles selbst gemacht, so sähen wir anders aus. Würde ich mir freiwillig einen flachen Po (bäh, bäh, bäh) angebaut haben? Hätte ich nicht lieber rundere Waden und kürzere Arme? An guten Tagen betrachte ich mich auch im Spiegel, von oben nach unten und im Ganzen und denke: „Hey, komme, du wirst 42 und siehst doch ganz gut aus, kann man doch was draus machen.“ Aber viel zu oft mache ich mich deswegen verrückt und es kostet mich – ganz ehrlich – sehr viel Überwindung, mich für meinen Blog zu fotografieren. Und auch da habe ich mich heute Nacht – zumal ich angekränkelt und elend eh nicht schlafen konnte – gefragt, warum das so ist. Warum habe ich es geschafft, Frauen ein neues Selbstbewusstsein zu geben, aber mich selbst weiterhin nur negativ zu betrachten? Vielleicht eben weil ich in einer Branche gearbeitet hat, wo es auf ein gutes Aussehen ankommt. Kosmetikerinnen, die zu dick oder zu hakennasig sind, zu alt oder zu jung sind, haben bei Kundinnen einen schweren Stand (und noch weniger bei einem Personalchef). Zu den ersten Abendtreffs mit den neuen Kundinnen bin ich noch sehr entspannt gegangen, nachdem aber im Laufe der Woche mir auch gesagt wurde, wie ich dabei gewirkt habe, worauf die Frauen bei mir geschaut und geachtet haben, wurde ich vor jedem neuen Treffen nervöser, um den Ansprüchen gerecht zu werden: Natürlich und intelligent, schlank und aknefrei, perfektes Make up, unsichtbar und nicht zu bunt, schöne Haare, elegante Kleidung – all das wurde erwartet und es hat einige Zeit gebraucht, bis ich davon nicht mehr unter Druck gesetzt wurde.
Auch die Tatsache, dass ich auf dem Papier ja einiges habe, was unserem Schönheitsideal entspricht, belastet mich mitunter: Ich habe lange Beine, eine schmale Taille, 75B, ein ovales Gesicht, einen vollen Mund, zarte Hände – aber ich weiß eben auch, dass meine Beine zu dünn, der Bauch zu rund und schwabbelig, meine Haut unruhig und das Alter mir zu schaffen macht. Dabei habe ich oft das Gefühl, dass ich aus meinen positiven Eigenschaften hätte mehr machen müssen: mit mehr Sport, mehr Ruhe, mehr ich weiß auch nicht was.

Das war nun ungewohnt persönlich und ich hoffe, das stört euch nicht. Ich habe durch Kommentare hier und durch Mails seit Bestehen des Blogs einige Male Komplimente für mein Aussehen bekommen und jedes Mal fühlte ich mich wie eine Betrügerin. Jetzt fühle ich mich besser, wo ihr wisst, ich betrüge nicht absichtlich ;-)
Lara (Gast) - 8. Okt, 09:50

danke Dir!

danke fuers so offen Schreiben. Das hat gut getan, und ich hab mich auch ein paar Mal an die Nase gefasst.

Hm: und es ist eine gute Idee, sich auf seine guten Seiten zu konzentrieren.

(ist halt auf einmal wieder etwas schwerer, wenn man an Schnitteilen rummacht, damit die Hose/die Bluse/die Jacke besser sitzt).

-- ich steh kurz davor, mir einen dieser wahnsinnig teuren Masschnitte von Burda zu bestellen.

michou - 8. Okt, 10:12

Danke dito

dafür, dass du so ehrlich sagst, du hättest dich etwas erkannt :-) Und dafür, dass du meinen Sermon tapfer durch gelesen hast!

Klar ist das schwer, besonders, wenn man näht - da liegt alles schön fertig vor einem und man sollte doch hineinpassen und dann ... Wissen tun wir, dass das alles nur Durchschnittswerte sind, aber der Verdacht, man sie hoffnungslos verbaut kommt einem dann doch.

Ich habe übrigens genau deshalb vorgestern den neuen Kleidermaßschnitt bestellt - und habe nun erst recht Schiß, dass es daneben geht *verdrehdieAugen* .Welcher Schnitt lacht dich denn an?
Lara (Gast) - 8. Okt, 11:37

welcher Massschnitt?

also, einmal das tolle schwarze Kleid aus der letzten Burda Moden, und andererseits ein ganz klassischer Blazerschnitt (das waere dann meine allererste Jacke...), ich dachte an diesen hier: M3010
http://www.burdafashion.com/de/Schnittmuster/Schnitte_nach_Mass/M3010_Blazer/1270778-1525017-1264510-1541595.html

Ich hab aber gaaaanz andere Figurstaerken als Du, *grins*:
-ich hab eine Taille, einen Po
-und habe einen schlanken Oberkoerper, relativ gesehen

oder anders gesagt, was ich kaschieren will, sind meine dicken Oberschenkel, meine Huefte, und ich falle im Moment in drei Groessen: Oberweite 38, Taille 42, und Huefte 46 (laut Burda Masstabelle) -- fuer Oberteile ist das echt Hoelle mit dem Anpassen. In den 80ern mit superweiten Sachen war das noch einfacher...
Eva (Gast) - 8. Okt, 10:28

Ich komme ja gar nicht hinterher mit dem Lesen und Kommentieren :-))
Ich muß sagen, das je älter ich werde und von den Augeringen und Fältchen abgesehen, ich immer mehr mit mir zufrieden bin. Ja an manchen tagen fühle ich mich sogar schön ! Alles eine Frage der Tagesform. Mit meinen Figurbesonderheiten habe ich mich abgefunden und ehrlich gesagt es gibt schlimmeres. Inzwischen weiß ich auch immer mehr was mir steht und "ein gute Figur macht" !Drei Jahre habe ich gebraucht um mich mit meinem Zahnersatz, der über den gesamten Oberkiefer geht, anzufreunden. Auch wenn alle gesagt haben, es sieht viel besser aus - ich fühlte mich total verändert. Das hat mir gezeigt, das ich an mir nichts verändern möchte, sonst erkenne ich mich nicht mehr.
Du siehst gut aus und solltest auch nichts verändern.

LG Eva

michou - 8. Okt, 10:36

Siehst du,

das ist genau, worauf ich immer gehofft habe: dass ich ab einem bestimmten Punkt in meinem Leben entspannter werde. Im Prinzip war das die Zeit zwischen Anfang dreißig und der Geburt meines zweiten Sohnes. Und dann kam mir alles zu schnell zusammen: die Anstrengung, die zwei kleine Jungs bedeuten, das Abstillen, das Älterwerden, meine ständigen Krankheiten, die Schilddrüsenerkrankung, die Medikamente - hinein gegangen bin ich in all das ziemlich zufrieden und selbstbewußt und heraus komme ich so verändert.

Und Zähne sind auch mein großes Thema, leider. Anfang November werden mir vier Weisheitszähne und ein ausgebrochenes Zahn gezogen, unter Vollnarkose, vor der ich mehr als nur Respekt habe. Macht mich sehr unentspannt ...
steffi (Gast) - 8. Okt, 13:24

Interessanterweise hat mich das Selbernähen zu einer ganz anderen Ansicht gebracht: jeder Körper ist gut so wie er ist, und die Schnitte haben sich anzupassen!

Und auch mir "reicht" eine Größe nicht, deshalb nähe ich ja selber :-)

Cecie (Gast) - 8. Okt, 18:02

vielen dank für diesen post. ich werde ihn mal ne weile in meinem kopf herumgehen lassen...

(dicke beine, knubbelkinn, wabbelige arme und überhaupt zuviel von allem überall. dafür aber schöne blaue augen und kringelhaare, mit denen ich mich im lauf der letzten 34 jahre dann doch gut angefreundet habe!)

michou - 8. Okt, 21:41

Danke für das Danke

Aber - ähm, dein Blick ist auch viel zu negativ ;-) Ich habe mir all die kleinen Fetzelchen, die dich zeigen angesehen und kann mir das ganz gut zusammen setzen; eine meiner besten Freundinnen ähnelt dir sehr. Da ist viel mehr als schöne Haare und blaue Augen - du bist hübsch und daran ändern auch "Knubbelarme" nichts, tut mir leid. Und jetzt verwöhne dich mal ausgiebig, das macht nämlich immer noch zufriedener :-)

Schön, dass du dich dazu gemeldet hast!
Cecie (Gast) - 11. Okt, 18:39

wenn frauen frauen loben...

ja, ein schwieriges thema, vor allem wenn man um die diskrepanz zwischen beiden weiss. danke, dass du dir zu mir so viel mühe gegeben hast (auch wenn ICH natürlich am allerallerbesten weiss, dass meine fitzelfotos sehr selektiv ausgesucht sind, natürlich *gg*). es ist ein bisschen eine zweischneidige sache, aber ich merke, dass die dinge mit dem alter sich ändern und sich prioritäten verschieben. ich war schon mehr als 30 kilo schlanker, hatte schönere beine und tollere lange haare - und trotzdem fand ich mich noch nie so schön, fraulich und umwerfend wie im moment mit über 112 cm bauchumfang; tendenz der nächsten wochen steigend ;o)

ich kann seit der allergie/neurodermitis-attacke vom letzten jahr überhaupt kein make-up mehr benutzen und hätte noch bis vor kurzem gedacht, das wäre der absolute tod meines selbstbewusstseins. und heute? bin ich froh, dass ich den stress morgens nich mehr hab, muss mich nich mehr aufbrezeln sondern kann mich einfach auf mein inneres konzentrieren. trotzdem ist da noch ein bisschen luft, keine frage, und ich danke dir fürs anstubsen!

herzlichst, Cecie
joanna (Gast) - 8. Okt, 20:57

das mit dem älterwerden

stimmt. Ich bin auch jetzt wesentlich entspannter als vor 10 jahren, geschweige denn vor 20 jahren. aber zufrieden? neee. Ich hasse mich jedoch nicht mehr, ist auch schon was ;-).
Finde ich sehr interessant, dass die meisten Frauen Augen an sich mögen. Hätte ich auch spontan über mich so gesagt.
Was ich noch gemerkt habe - komplimente von fremden Frauen helfen auch. Ich bin überzeugt dass Du bei deinen Kundinen eine enorme Arbeit geleistet hast, mindestens einen Merkmal ins positive zu ändern. So finden sie sich wahrscheinlich immer noch nicht toll, aber eben das was Du am meisten untersstrichen hast doch. Ich habe aufgehört über meine langen Arme zu meckern nachdem sie eine Kosmetikerin gelobt hat (eigentlich war das maein erster und letzter Besuch in diesem Metier, letzter weil es eigentlich verkorkst war). Ich finde zwar weiterhin keine Bluse die Ärmel lang genug hat, aber es ist eben egal, ich habe so schöne lange Arme. Howgh. Unt jetzt gehe ich putzen. Als Strafe für so viel Eitelkeit :P.

Liebe Grüße
j.

michou - 8. Okt, 21:41

Wenn Frauen einander loben

Ein Kompliment von einer Frau hinterlässt bei den meisten Frauen einen tieferen Eindruck. Und wenn ich an mich als Farmleiterin zurück denke: Ich war nicht taktvoll, distinguiert oder zurückhaltend, dazu konnte ich einfach zu wenig begreifen, warum so viele Frauen sich so verrückt machen. Da liegt eine schöne Frau vor dir mit dem knackigsten Po und der schmalsten Taille und sie trägt Säcke, weil ihre Cellulite (mit bloßem Auge kaum sichtbar) so schlimm sei, dass sie kaum rausgehen möge. Vielleicht wäre es aus rein verkaufstechnischer Sicht klüger, sie darin zu bestärken und ihr Geld für mehr Behandlungen und Cremes aus den Rippen zu leiern. Lieber war es mir, sie kommt gerne wieder und da konnte ich auch nicht anders, als etwas Ehrliches zu ihr zu sagen: "Ja, es ist schon traurig mit Ihnen, da sind sie nicht nur häßlich, sondern auch noch dumm ... " Im nächsten Jahr kam sie in engen Röcken und kurzen Hosen an, war befördert worden und verlobt - sie war fest davon überzeugt, dass das nur an ihrem neuen Selbstbewußtsein gelegen habe.

Solche Geschichten gibt es zu hauf, und vielleicht muss ich sie mir doch mal alle wieder erzählen, um selbst wieder um zu denken. Im übrigen mag ich deine Hüfte, weil sie schön rund sind und deine Taille so schön zart aussehen lassen. Nicht, dass ich dir das nicht schon einmal gesagt hätte ...

Achso und was ich auch von Zeit zu Zeit tue: wenn ich eine Frau sehe, die toll aussieht, gehe ich zu ihr und sage das. Das tut nicht nur ihr gut, sondern auch mir selber, Solltet ihr einmal versuchen.
Katarina (Gast) - 8. Okt, 21:26

Ja, also...

... wenn ich's so bedenke: Das ist nun mal ein wirklich lesenswerter Post! Ja, auch ich erkenne mich wieder, auch wenn ich äusserlich weit entfernt bin von solchen Idealmassen. Ich brauche oben Grösse 44 (Cup 80E), für Jupes und Hosen jedoch nur 38/40, dazu bin ich klein (158 cm). Ist auch ein Grund dafür, dass ich mir vieles selber nähe!
Liebe Michou, der Einblick in deine Gedanken hat richtig gut getan - danke!
Herzliche Grüsse,
Katarina

michou - 8. Okt, 22:02

Liebe Katarina

danken muss ja ich, dass du dir wieder einmal die Zeit genommen hast, zu lesen und zu schreiben; ich weiß, was bei dir zur Zeit alles geschieht und das kann nicht einfach sein. Würde ich dich besser kennen, würde ich klügeres zu sagen wissen (aber sicher nicht hier :-) )

Ich hätte diesen Beruf damals nie ausüben können, wenn ich nicht auch gesehen hätte, wie nützlich und wichtig er sein kann. Ich bin nach wie vor fest davon überzeugt, dass das sich positive Beschäftigen mit dem eigenen Äußeren dem Inneren einen festen Rahmen geben kann. Nicht das an sich herum operieren lassen und das ständig neu kaufen, die grellsten Make up farben und das Weinen, wenn ein Fingernagel abbricht, das ist albern und tut nicht gut. Aber Frauen, denen es nicht gut geht, kann es helfen, sich liebevoll das Gesicht zu reinigen, sich sanft zu massieren, sich zu schminken - das sind Minuten in denen die Gedanken schweifen können und man dennoch einmal ganz für sich etwas tut. Ich schweife ab und kann mich sicherlich auch nicht deutlich machen, entschuldige.

Danke also noch einmal für deine Worte zu meinem Post :-)
rainbow7 (Gast) - 15. Okt, 22:56

hayat ve sanat

hallo sie haben tolle sachen gemacht
ich warte auch zur meiner blog seite
bye


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Ich bin Bonnerin, habe auf einem sowjetischem Schiff, im Schwarzwald und auf Norderney gearbeitet, einen Australier geheiratet, zwei tolle Söhne bekommen und bin dem Stricken und Nähen verfallen.

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