FNO 24/09 und Frust, der so-und-so-vielte ...
Also: nein! Ich kann ja mittlerweile so einigermaßen geradeaus nähen und Länge zugeben, Weite verringern oder einen Schnitt verkleinern, aber wissen, was ich zu tun habe, wenn es um andere Probleme geht? Das liegt nicht daran, dass ich nicht genügend Literatur zur Verfügung hätte oder nicht wüsste, wie man Google bedient. Nein, nein, nein, das liegt eindeutig an meiner Unfigur und daran, dass ich keine Lösungen für mein Problem finden kann. Klar, oder?
Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Caprihose? Diesen Schnitt gab es auch in lang und da ich außer an der hinteren Mittelnaht nichts ändern musst und diese Hose ganz gut saß, dachte ich: "Hurra, das wäre doch was für diesen feinen, grauen Wollstoff! Kann ja nicht viel passieren..."

Ähm, kann nicht? Offenbar doch. Mal abgesehen davon, dass diese gerade Form nicht so gut aussieht, wie ich dachte und der Stoff permanent an sämtlichen Socken, Strümpfen oder Strumpfhosen kleben bleibt, sitzt das Ding gar nicht. Was auf den ersten Blick wie ein Katzenbart (also Querfalten im Schritt, da zu eng) aussieht, ist in Wirklichkeit ein enormes zu viel an Stoff. Wie ich das hin bekommen kann - keine Ahnung!

Ich könnte gut und gern auf beiden Seiten einen Tennisball mit mir herumtragen, OHNE dass die Hose an dieser Stelle ausgefüllt wäre. Warum das bei dieser Hose so ist und bei der anderen nicht, mag an der höheren Dehnbarkeit des Wollelasthans gegenüber dem Baumwollstretch liegen. Andererseits ist der Baumwollstoff wesentlich weicher und leiert stärker ...??? An welcher Stelle ich nun was und wieviel würde wegnehmen müssen, ohne dabei auch an Bauch oder Oberschenkeln enger zu werden - was nicht günstig wäre - ich weiß es nicht und es macht mich rasend.

Trotz der Änderungen an der hinteren Mittelnaht bleibt es unterhalb des Pos recht weit - ich hatte das schon einmal mit einer Kaufhose, die ich nicht mehr mochte, bis zur Unendlichkeit getrieben: Immer und immer wieder habe ich die Naht tiefer und tiefer, tiefer und noch tiefer gesetzt, um heraus zu finden, ob es irgendwann einmal faltenfrei fallen würde - tut es natürlich nicht, nur passt es nach einiger Zeit auch an keiner anderen Stelle mehr ;-)

Ok, seitliche Aufnahmen von mir zu zeigen, kostet mich Überwindung: Viermonatsbäuchlein, flache Rückseite, runder Rücken, komisches Profil - ugh. Aber nur da sieht man sofort, was mich alles stört. Diese Hose lässt mich noch verbauter erscheinen, als ich eigentlich bin.

Geht natürlich auch von links.

Mit der Rückansicht kann ich eigentlich noch am besten leben; was mich erstaunt. Wie auch immer: schöner Stoff, total versaut. Zudem sieht das Ganze auch noch megaspießig aus, was durch fehlendes Make up, Putzpullover und schuhlose Sockenfüße nicht besser wird. Bin sauer, weil ich nicht kann, was ich will und - sehr weiblich - nicht ausehe, wie ich mich fühle. (Ähm, wer meinte neulich noch, dass ich durchaus etwas von Carla Bruni und Audrey Hepburn hätte? Hui, da müssen die zwei beiden aber einen wirklich elend fiesen Tag gehabt haben! Trotzdem sehr süß, das zu sagen - Kuß dafür!)
ABER: es geht noch schlimmer. Immer. Insgesamt habe ich dieses Jahr schon ordentlich Ausschuß produziert, sogar beim Stricken, was mich ehrlich erschüttert. Nur das jetzt hier ... das tut schon weh.
Es gab einmal diesen herrlichen, edlen, wunderbaren Wollstoff, der nicht nur mit einem zartem Schimmer versehen war, sondern dazu auch noch kuschelweich war. So weich, dass er gerne ein ungefüttertes Kleid werden wollte. Von Zeit zu Zeit nahm ich ihn aus seiner Truhe heraus, um ihn ehrfürchtig zu streicheln und zu drapieren. Über ein Jahr überlegte ich hin und her und verwarf jeden Schnitt. Warum habe ich diese respektvolle Zurückhaltung nur aufgegeben? Ich könnte mich beißen! Trotz meiner ambivalenten Haltung alten Schnittmustern gegenüber habe ich mich von diesem schlichten Modell in die Irre, ins Verderben, in den Untergang führen lassen:

Die Dreiviertelärmel, das eng anliegenden Oberteil, der Schlitzausschnitt, der schmale Rock, die Überknielänge - ehrlich, das war doch ganz meines. Ok, da gab es Zweifel, insbesondere wegen der sogenannten "soft pleats", die ich schon einmal bei einem 70er-Jahre-Rockschnitt gearbeitet hatte. Im Grunde wußte und weiß ich schon, dass das für mich nun ja, suboptimal ist, denn diese Falten springen nicht weich auf, sondern werden durch meinen Bauch schon nach weniger Millimetern brutal auseinander gesprengt. Ratet mal, was dadurch betont wird. Aber wenn man so frisch verliebt ist, scheint ja alles anders zu sein und diese weichen Falten sahen ja auch viel tiefer aus blablabla. Rein gelegt haben sie mich.
Auch vor dem scheinbar so formvollendet sitzenden Oberteil zauderte ich. Anfang des Jahres hatte ich mich ebenfalls an ein Simplicitymuster aus den 50ern gewagt; eine ärmellose Blusen mit Längsbiesen. Bei der Anprobe saß sie sehr schön eng in der Taille, um dafür um die Oberweite herum mit einer zusätzlichen Weite von über 25 cm, Schultern, die bis auf die Mitte der Oberarme fielen und Armlöchern in der Größe von Medizinbällen mir den Garaus zu machen. Da stand ich und fragte mich, wie eine Frau der Fünfziger mit meiner Brustweite diese Bluse jemals hätte ausfüllen können. Sicherlich, damals hat man vieles deutlich weiter, eben blusiger getragen, aber so sehr?
Nun fragt mich, warum ich mich dennoch daran gegeben habe? Weiß ich nicht. Natürlich habe ich gemessen, aber offenbar nicht an der richtigen Stelle. Ich habe so gut wie selten zuvor gearbeitet, mich angestrengt und meinem lieben Stoff gut zugeredet. Dennoch, bei der Anprobe der gleiche Effekt: Taille sehr eng, Brust riesig, Armlöcher noch größer, Schulter sehr breit. Hoffnungslos. Aber so leicht wollte ich diesmal nicht aufgeben; wer weiß, was sich noch ändert, wenn erst einmal Rock und Ärmel angesetzt sind. Nicht viel. Also noch einmal trennen. Da ich aber nicht weiß, wie man ein Oberteil mit dieser Art Abnäher, das zudem noch Ärmel bekommt, ändert,. habe ich einen ähnlichen Schnitt herausgekramt (den zu dem Rosenkleid, ein Butterickrepro), habe ihn aufgelegt und das Ganze irgendwie angeglichen. Da ich den Ausschnitt ja so schön hinbekommen hatte, musste ich drumherum ändern. DAS ist im Grunde auch gar nicht so schlecht gelungen.
Nur passten die Ärmel nun nicht mehr. Trotz Engernähens waren sie so riesig, dass ich sie nicht einhalten konnte, ohne sie zu kräuseln - sowieso etwas, was ich nicht gut hin bekomme; Tipps würden dankbar angenommen werden. Mein Enthusiasmus hat deutlich gelitten und ich sehe nicht, dass ich die Ärmel wieder komplett auftrennen, mehr schlecht als recht ändern und wieder einpassen werden, Zumal der Reißverschluss nun auf einmal auch beult. Nicht zu vergessen die soft pleats, die meinen Bauch aufs Schönste betonen und sowieso eher nach Fehler denn nach Designelement aussehen. Die einzigen beiden Dinge, die mir gefallen, sind die rückwärtige Gehfalte und der Schlitz am Ausschnitt. Da aber jede, die sich bis hierher durchgelesen hat, denken mag: "Man kann sich auch anstellen!", will ich euch auch das Bild nicht vorenthalten: gut, die Säume an Ärmeln und Rock sind noch nicht gearbeitet, aber so verblendet bin ich auch nicht, zu hoffen, dass sich dadurch mirakulös etwas ändern wird.

Andererseits habe ich hier doch etwas mit Audrey Hepburn gemein - zumindest, wenn ich an den Film "Geschichte einer Nonne" denke. Na, welcher Orden darf es denn für mich sein?
Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Caprihose? Diesen Schnitt gab es auch in lang und da ich außer an der hinteren Mittelnaht nichts ändern musst und diese Hose ganz gut saß, dachte ich: "Hurra, das wäre doch was für diesen feinen, grauen Wollstoff! Kann ja nicht viel passieren..."

Ähm, kann nicht? Offenbar doch. Mal abgesehen davon, dass diese gerade Form nicht so gut aussieht, wie ich dachte und der Stoff permanent an sämtlichen Socken, Strümpfen oder Strumpfhosen kleben bleibt, sitzt das Ding gar nicht. Was auf den ersten Blick wie ein Katzenbart (also Querfalten im Schritt, da zu eng) aussieht, ist in Wirklichkeit ein enormes zu viel an Stoff. Wie ich das hin bekommen kann - keine Ahnung!

Ich könnte gut und gern auf beiden Seiten einen Tennisball mit mir herumtragen, OHNE dass die Hose an dieser Stelle ausgefüllt wäre. Warum das bei dieser Hose so ist und bei der anderen nicht, mag an der höheren Dehnbarkeit des Wollelasthans gegenüber dem Baumwollstretch liegen. Andererseits ist der Baumwollstoff wesentlich weicher und leiert stärker ...??? An welcher Stelle ich nun was und wieviel würde wegnehmen müssen, ohne dabei auch an Bauch oder Oberschenkeln enger zu werden - was nicht günstig wäre - ich weiß es nicht und es macht mich rasend.

Trotz der Änderungen an der hinteren Mittelnaht bleibt es unterhalb des Pos recht weit - ich hatte das schon einmal mit einer Kaufhose, die ich nicht mehr mochte, bis zur Unendlichkeit getrieben: Immer und immer wieder habe ich die Naht tiefer und tiefer, tiefer und noch tiefer gesetzt, um heraus zu finden, ob es irgendwann einmal faltenfrei fallen würde - tut es natürlich nicht, nur passt es nach einiger Zeit auch an keiner anderen Stelle mehr ;-)

Ok, seitliche Aufnahmen von mir zu zeigen, kostet mich Überwindung: Viermonatsbäuchlein, flache Rückseite, runder Rücken, komisches Profil - ugh. Aber nur da sieht man sofort, was mich alles stört. Diese Hose lässt mich noch verbauter erscheinen, als ich eigentlich bin.

Geht natürlich auch von links.

Mit der Rückansicht kann ich eigentlich noch am besten leben; was mich erstaunt. Wie auch immer: schöner Stoff, total versaut. Zudem sieht das Ganze auch noch megaspießig aus, was durch fehlendes Make up, Putzpullover und schuhlose Sockenfüße nicht besser wird. Bin sauer, weil ich nicht kann, was ich will und - sehr weiblich - nicht ausehe, wie ich mich fühle. (Ähm, wer meinte neulich noch, dass ich durchaus etwas von Carla Bruni und Audrey Hepburn hätte? Hui, da müssen die zwei beiden aber einen wirklich elend fiesen Tag gehabt haben! Trotzdem sehr süß, das zu sagen - Kuß dafür!)
ABER: es geht noch schlimmer. Immer. Insgesamt habe ich dieses Jahr schon ordentlich Ausschuß produziert, sogar beim Stricken, was mich ehrlich erschüttert. Nur das jetzt hier ... das tut schon weh.
Es gab einmal diesen herrlichen, edlen, wunderbaren Wollstoff, der nicht nur mit einem zartem Schimmer versehen war, sondern dazu auch noch kuschelweich war. So weich, dass er gerne ein ungefüttertes Kleid werden wollte. Von Zeit zu Zeit nahm ich ihn aus seiner Truhe heraus, um ihn ehrfürchtig zu streicheln und zu drapieren. Über ein Jahr überlegte ich hin und her und verwarf jeden Schnitt. Warum habe ich diese respektvolle Zurückhaltung nur aufgegeben? Ich könnte mich beißen! Trotz meiner ambivalenten Haltung alten Schnittmustern gegenüber habe ich mich von diesem schlichten Modell in die Irre, ins Verderben, in den Untergang führen lassen:

Die Dreiviertelärmel, das eng anliegenden Oberteil, der Schlitzausschnitt, der schmale Rock, die Überknielänge - ehrlich, das war doch ganz meines. Ok, da gab es Zweifel, insbesondere wegen der sogenannten "soft pleats", die ich schon einmal bei einem 70er-Jahre-Rockschnitt gearbeitet hatte. Im Grunde wußte und weiß ich schon, dass das für mich nun ja, suboptimal ist, denn diese Falten springen nicht weich auf, sondern werden durch meinen Bauch schon nach weniger Millimetern brutal auseinander gesprengt. Ratet mal, was dadurch betont wird. Aber wenn man so frisch verliebt ist, scheint ja alles anders zu sein und diese weichen Falten sahen ja auch viel tiefer aus blablabla. Rein gelegt haben sie mich.
Auch vor dem scheinbar so formvollendet sitzenden Oberteil zauderte ich. Anfang des Jahres hatte ich mich ebenfalls an ein Simplicitymuster aus den 50ern gewagt; eine ärmellose Blusen mit Längsbiesen. Bei der Anprobe saß sie sehr schön eng in der Taille, um dafür um die Oberweite herum mit einer zusätzlichen Weite von über 25 cm, Schultern, die bis auf die Mitte der Oberarme fielen und Armlöchern in der Größe von Medizinbällen mir den Garaus zu machen. Da stand ich und fragte mich, wie eine Frau der Fünfziger mit meiner Brustweite diese Bluse jemals hätte ausfüllen können. Sicherlich, damals hat man vieles deutlich weiter, eben blusiger getragen, aber so sehr?
Nun fragt mich, warum ich mich dennoch daran gegeben habe? Weiß ich nicht. Natürlich habe ich gemessen, aber offenbar nicht an der richtigen Stelle. Ich habe so gut wie selten zuvor gearbeitet, mich angestrengt und meinem lieben Stoff gut zugeredet. Dennoch, bei der Anprobe der gleiche Effekt: Taille sehr eng, Brust riesig, Armlöcher noch größer, Schulter sehr breit. Hoffnungslos. Aber so leicht wollte ich diesmal nicht aufgeben; wer weiß, was sich noch ändert, wenn erst einmal Rock und Ärmel angesetzt sind. Nicht viel. Also noch einmal trennen. Da ich aber nicht weiß, wie man ein Oberteil mit dieser Art Abnäher, das zudem noch Ärmel bekommt, ändert,. habe ich einen ähnlichen Schnitt herausgekramt (den zu dem Rosenkleid, ein Butterickrepro), habe ihn aufgelegt und das Ganze irgendwie angeglichen. Da ich den Ausschnitt ja so schön hinbekommen hatte, musste ich drumherum ändern. DAS ist im Grunde auch gar nicht so schlecht gelungen.
Nur passten die Ärmel nun nicht mehr. Trotz Engernähens waren sie so riesig, dass ich sie nicht einhalten konnte, ohne sie zu kräuseln - sowieso etwas, was ich nicht gut hin bekomme; Tipps würden dankbar angenommen werden. Mein Enthusiasmus hat deutlich gelitten und ich sehe nicht, dass ich die Ärmel wieder komplett auftrennen, mehr schlecht als recht ändern und wieder einpassen werden, Zumal der Reißverschluss nun auf einmal auch beult. Nicht zu vergessen die soft pleats, die meinen Bauch aufs Schönste betonen und sowieso eher nach Fehler denn nach Designelement aussehen. Die einzigen beiden Dinge, die mir gefallen, sind die rückwärtige Gehfalte und der Schlitz am Ausschnitt. Da aber jede, die sich bis hierher durchgelesen hat, denken mag: "Man kann sich auch anstellen!", will ich euch auch das Bild nicht vorenthalten: gut, die Säume an Ärmeln und Rock sind noch nicht gearbeitet, aber so verblendet bin ich auch nicht, zu hoffen, dass sich dadurch mirakulös etwas ändern wird.

Andererseits habe ich hier doch etwas mit Audrey Hepburn gemein - zumindest, wenn ich an den Film "Geschichte einer Nonne" denke. Na, welcher Orden darf es denn für mich sein?
michou - 7. Okt, 17:28


